Reflux – Symptome, Ernährung und Behandlung

 In Symptome

Reflux ist der Rückfluss von Magensäure oder Nahrung in die Speiseröhre. Doch was wir im Volksmund gerne unter Sodbrennen oder Saures Aufstoßen zusammenfassen, kann mehrere Ursachen haben und mach eine exakte Diagnose mitunter schwierig. Denn nicht immer liegt dem Aufstoßen ein Krankheitsbild zugrunde. 

Was ist Reflux?

Reflux ist der Fachbegriff für Saures Aufstoßen, auch bekannt als Sodbrennen. Dabei wird Magensäure über die Speiseröhre zurück nach oben „refluxiert“. Das brennt und schmerzt – weshalb Sodbrennen im Englischen auch „Heartburn“ genannt wird. Im Gegensatz zur Refluxkrankheit ist der Reflux an sich keine Krankheit, sondern eine direkte Reaktion auf eine hektische Nahrungsaufnahme oder den Genuss von kalten, kohlensäurehaltigen Getränken.

Zur Refluxkrankheit wird der Reflux erst, wenn das Sodbrennen sehr häufig unter denselben Umständen auftritt. Im schwersten Grad kann er sogar Veränderungen in der Schleimhaut der Speiseröhre verursachen. Das Saure Aufstoßen an sich ist in den meisten Fällen jedoch unbedenklich. Erfahre hier mehr zu den Symptomen und zur Behandlung!

Was ist Stiller Reflux?

Er tritt vor allem im Bereich des Larynx, also des Kehlkopfes, oder des Pharynx, des Rachens auf. Dabei wird meist bis zum hinteren Bereich im Mund refluxiert. In der Fachsprache heißt er deshalb laryngo-pharyngealer Reflux oder kurz LPR. Die Magensäure wird dabei vom Rachen nach oben transportiert. Dies geschieht vor allem gasförmig und nur selten in flüssiger Form. Kommt es dadurch zur Kehlkopfentzündung, wird dies als Reflux Laryngitis bezeichnet.


Reflux bei Babys

In einem bestimmten Ausmaß ist das Refluxieren bei Babys ganz normal. Das zeigt uns auch das bekannte „Bäuerchen machen“, das Spucken nach dem Trinken. Das „Bäuerchen“ entsteht, indem sich der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nach dem Trinken entspannt. Dadurch kann ein Teil der Nahrung zurück nach oben in die Speiseröhre fließen. Das unterscheidet sich von einer funktionalen Störung im Magenverschluss, bei der die physische Trennung zwischen Magen und Speiseröhre nicht einwandfrei funktioniert. In diesen Fällen kann von einer Refluxkrankheit bei Kindern gesprochen werden.

Achtung! Reflux bei Babys erkennen

Ob er bei einem Baby bedenklich ist, erkennt man unter anderem an folgenden Symptomen: Häufiges Erbrechen, häufiges Weinen nach dem Stillen, häufiger Milchrückfluss (öfter als fünfmal am Tag) und häufiges Husten nach dem Trinken.

Trifft eines dieser Merkmale zu, solltest du einen Arzt aufsuchen!

Auch bei Kindern erscheint das Symptom häufig und ist schwierig korrekt einzuordnen, jedoch meist unbedenklich. Oft helfen bereits leichte Medikamente gegen Übersäuerung oder bindende Mittel.

Therapien im Überblick:

  • Die konservative Therapie beinhaltet natürliche Maßnahmen gegen gelegentliches und unbedenkliches Sodbrennen, wie Hochlagern, Ernährungsumstellung, etc.
  • Die medikamentöse Therapie arbeitet mit Protonenpumpeninhibitoren, wie Esomeprazol, Omeprazol und ähnlichen Arzneimitteln, die dafür sorgen, dass die Magensäure nicht aufstoßen kann.
  • Bei der chirurgischen Therapie wird operiert. Dies sollte jedoch der letzte Schritt sein und nur bei schwierigem klinischen Verlauf der Krankheit in Betracht gezogen werden. Auch bei lungenkranken Kindern wird eine OP in Ausnahmefällen durchgeführt. Sie werden im Fachterminus als Fundoplikatio bezeichnet.

Wusstest du, dass …

… viele Patienten, denen Reflux Beschwerden bereitet, oft gar nicht an GERD (der Gastroösophagealen Refluxkrankheit) leiden?

übergewichtige Menschen und Frauen Studien zu Folge häufiger an saurem Aufstoßen leiden?

die Refluxkrankheit heute zu den weltweit häufigsten Krankheiten zählt?

fettiges Essen vermehrt zu Reflux führt, da es den Muskeltonus des Speiseröhrenverschlusses mindert?

Natürliche Therapie von Reflux

Wenn uns etwas sauer aufstößt, fühlt sich das sehr unangenehm an. Oft brennt es in Brust und Speiseröhre. Meist ist der Reflux aber unbedenklich und eher eine Folge unseres Lebensstils – bereits jeder Zehnte in Deutschland leidet an Sodbrennen. Wenn das Symptom nur gelegentlich auftritt und keine physiologischen Einschnitte mit sich bringt, kann bereits eine kleine Veränderung des Lebensstils Erleichterung bringen.  

  • Eine Erhöhung des Kopfes im Schlaf unterstütz den Organismus dabei, die Säure im Magen zu halten. Zu diesem Zweck sind bereits spezielle Reflux Kissen erhältlich. Sie ermöglichen eine sanfte Anhebung des Kopfes, ohne dabei die Wirbelsäule zu belasten.
  • Bereits leichte Veränderungen in der Ernährung können Abhilfe verschaffen. Wer genau beobachtet, findet schnell heraus, was den Reflux hervorruft und reduziert diese Lebensmittel oder Gewohnheiten oder lässt sie ganz weg.
  • Auch die Behandlung mit Homöopathie erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Heilerde, Schüßler Salze, Bachblüten und Co. können helfen.

Medikamentöse Behandlungen, beispielsweise mit Protonenpumpeninhibitoren, wie Esomeprazol, zeigen kurzfristig eine gute Wirkung. Doch nur Maßnahmen wie eine Ernährungsumstellung oder Stressreduktion helfen langfristig gegen Sodbrennen.

Tipp

Eiweißreiche Lebensmittel erhöhen die Anspannung der Speiseröhre um bis zu 50 Prozent und lindern somit den Reflux! Fette senken ihn deutlich und verstärken somit das Sodbrennen. Kohlenhydrate nehmen hingegen kaum Einfluss auf den Reflux.

Lebensmittel, wie Schokolade oder eine sehr fettreiche Kost, aber auch Alkohol verstärken die Reflux-Symptome, indem sie einen nahrungsinduzierten Druckabfall hervorrufen.

Wie hängen Reflux und Ernährung zusammen?

Meist tritt der spontane Reflux nach dem Essen auf. Ein Zusammenhang mit der Ernährung liegt somit auf der Hand. Doch welche Nahrungsmittel begünstigen das unangenehme Sodbrennen und kann man es durch Änderungen in der Diät behandeln? Zum Reflux kommt es grundsätzlich, wenn der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre, der so genannte untere Ösophagus, nicht richtig funktioniert. Dabei handelt es sich um einen Muskel. Wie Studien zeigen, entspannt sich dieser nach der Nahrungsaufnahme automatisch ein wenig. Das ist ein normaler Vorgang. Doch manche Lebensmittel sorgen für zu viel Entspannung im Ösophagus, wodurch es zu Refluxbedingen Symptomen kommen kann.

Wusstest du, dass …

…. der Muskeltonus in der unteren Speiseröhre (Ösophagus) im Liegen stärker sinkt, als im aufrechten Sitz. Wer sich also nach dem Essen hinlegt, kann stärkere Beschwerden erfahren.

Oftmals sind es gar nicht die Lebensmittel an sich, die Reflux hervorrufen, sondern eher die Art der Nahrungsaufnahme und die Zusammensetzung der Nahrung. Wie bei vielen anderen gesundheitlichen Problemen handelt es sich dabei vor allem um fettige und schwer verdauliche Gerichte. Sie schwächen Anspannung der unteren Speiseröhre und begünstigen somit den Rückfluss von Magensäure oder Nahrung. Dieser Vorgang wird in der Fachsprache als nahrungsinduzierter Druckabfall bezeichnet.

Reflux ist nicht gleich Refluxerkrankung

Nicht jeder Reflux bedingt die Prävalenz einer Refluxösophagitis oder einer gastroösophagealen Refluxkrankheit. Wie das Sodbrennen ist er vielmehr ein Hauptsymptom der Refluxkrankheit. Vor allem unter Laien werden die Begriffe Reflux, Refluxösophagitis und gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) oft falsch gleichgesetzt.

Auch die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) wird im Volksmund auf den Begriff Sodbrennen verkürzt. Auch wenn es sich laut der Klassifikation nach ICD-10, dabei um ein eigenständiges Krankheitsbild handelt. Als GERD wird Sodbrennen dann bezeichnet, wenn es sich um einen chronische Krankheitszustand handelt, dessen Ursachen tiefer begründet liegen. Bei GERD-Patienten kommt oftmals ein chronischer Husten hinzu.

Als Refluxösophagitis wird hingegen eine Unterform der gastroösophagealen Refluxkrankheit bezeichnet. Sie geht mit messbaren bzw. sichtbaren Veränderungen der Schleimhaut in der Speiseröhre einher.

Kurz zusammengefasst

Reflux bezeichnet schlichtweg das Refluxieren (saure Aufstoßen) der Magensäure. Wir nennen das im Volksmund Sodbrennen. Ein Reflux muss nicht zwingend in Zusammenhang mit einer Refluxerkrankung stehen. Er kann auch entstehen, weil wir unser Essen zu hastig verzehren und so Luft im Magen entsteht. Ähnliches gilt für kohlensäurehaltige Getränke. Auch Stress kann ein Auslöser für ein kurzfristiges Auftreten von Sodbrennen sein. Wer also nur hin und wieder aufstößt, muss sich keine Sorgen machen. 

Quellen

Herregods, T. V. K., Troelstra, M., Weijenborg, P. W., Bredenoord, A. J., & Smout, A. J. P. M. (2015). Patients with refractory reflux symptoms often do not have GERD. Neurogastroenterology & Motility, 27(9), 1267-1273. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26088946

Kahrilas, P. J., Keefer, L., & Pandolfino, J. E. (2015). Patients with refractory reflux symptoms: What do they have and how should they be managed?. Neurogastroenterology & Motility, 27(9), 1195-1201. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26303047

Roman, S., Keefer, L., Imam, H., Korrapati, P., Mogni, B., Eident, K., … & Pandolfino, J. E. (2015). Majority of symptoms in esophageal reflux PPI non‐responders are not related to reflux. Neurogastroenterology & Motility, 27(11), 1667-1674. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26337396

Sun, J., Yuan, Y. Z., Hou, X. H., Zou, D. W., Lu, B., Chen, M. H., … & Zhou, L. Y. (2015). Esomeprazole regimens for reflux symptoms in Chinese patients with chronic gastritis. World Journal of Gastroenterology: WJG, 21(22), 6965. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26078574

Gesundheitsamt Bremen: Ernährung und Refluxösophagitis. https://www.gesundheitsamt.bremen.de/sixcms/media.php/13/3_ERN_Refluxoesophagitis%202013.pdf.

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

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