Schub bei Colitis ulcerosa – Das musst du über Schübe wissen

 In Symptome

Colitis Ulcerosa ist eine schubweise auftretende entzündliche Erkrankung des Dickdarms, die dich dein Leben lang Begleiten wird. Allerdings ist die Entzündung nicht immer gleich stark aktiv. So gibt es Phasen, in denen du die Krankheit kaum bemerkst (Remission). Leider kann die Entzündung aber immer wieder ausbrechen und starke Beschwerden hervorrufen (Schub). Dieser schubförmige Verlauf ist typisch für die Erkrankung.

Ich nehme regelmäßig Medikamente. Kann trotzdem ein Schub auftreten?

Leider ja. Die regelmäßige Medikamenteneinnahme soll bewirken, dass du in der beschwerdefreien Phase (Remission) bleibst. Häufig wird auch eine lange schubfreie Zeit durch die Therapie erreicht. Dennoch kann es zum erneuten Ausbruch der Erkrankung kommen. In diesem Fall muss für die Dauer des Schubs die Dosierung der Medikamente angepasst werden und gegebenenfalls andere Wirkstoffe zum Einsatz kommen (siehe Behandlung Colitis Ulcerosa).

Welche Beschwerden habe ich im Schub?

Im Schub entfacht in deinem Dickdarm wieder eine Entzündung. Diese Entzündungsreaktion schädigt die Schleimhaut und bewirkt die folgenden Symptome:

  • blutige Durchfälle
  • Bauchschmerzen
  • stark erhöhte Stuhlfrequenz (mehr als fünf pro Tag)
  • schmerzhafter Stuhldrang (Tenesmen)
  • Schwierigkeiten, den Stuhl zurück zu halten
  • Fieber

Je nachdem wie stark die Entzündungsreaktion ist und wie weit sie sich im Darm ausgebreitet hat, variiert auch die Stärke deiner Beschwerden. Es ist wichtig, dass du dich im akuten Schub an deinen behandelnden Arzt wendest um mit ihm die Therapie zu besprechen. Ziel der Colitis Ulcerosa Therapie ist es, die Entzündungsreaktion in Schach zu halten und damit deine Beschwerden zu minimieren. Colitis Ulcerosa Patienten sind auch anfälliger für Magen-Darm-Infekte. Ob ein Infekt oder ein Schub vorliegt, muss vom Arzt diagnostiziert werden. Beim Infekt liegen in der Regel aber keine blutigen Durchfälle vor.


Wie lange dauert mein Schub an?

Leider lässt sich nicht vorhersagen, wie lange dein Schub andauern wird. Durch Medikamente, die die Entzündungsreaktion eindämmen oder das Immunsystem unterdrücken, wird versucht, den Schub zu beenden und dich zurück in die Remission zu bringen. Wie gut die Medikamente wirken ist individuell und hängt auch davon ab, wie ausgeprägt die Entzündung ist. Manchmal lässt sich auch keine vollständige Remission erreichen. Dann spricht man von einem chronisch-kontinuierlichen Verlauf. Doch auch in diesem Verlauf variiert die Intensität der Krankheit.

Wie schwer ist mein Schub?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Schweregrad deines Schubs zu bestimmen. Eine vereinfachte Einteilung findest du in der Tabelle. Dein Arzt kann außerdem durch eine Blutabnahme bestimmen, ob bei dir eine Blutarmut (Anämie) vorliegt. Bei schweren Verläufen kommt es durch den Blutverlust zu einer Anämie.

Schweregrad leicht mittel schwer
blutige Durchfälle < 4 pro Tag 4-6 pro Tag > 6 pro Tag
Temperatur < 37° C bis 38° C > 38° C
Krankheitsgefühl gering deutlich schwer
Puls < 100 pro min < 100 pro min > 100 pro min

Tab. 1: Einteilung der Schweregrade von Schüben einer Colitis Ulcerosa

Was löst einen Schub aus?

Bisher sind keine auslösenden Faktoren für einen Schub bekannt. Manche Betroffene berichten, dass ein belastendes Lebensereignis vor dem Schub auftrat. Dass psychische Belastung und Stress generell einen Schub auslösen können, ist aber nicht nachgewiesen. Allerdings beeinflusst zu viel Stress das allgemeine Wohlbefinden und kann dadurch zusätzlich belasten.

Wie ernähre ich mich im Schub?

Generell gibt es keine bestimmte Ernährungsempfehlung für Colitis Ulcerosa Patienten. Durch die Entzündung des Dickdarms im Schub ist der Darm aber sehr empfindlich. Durch die Durchfälle verlierst du außerdem wichtige Nährstoffe und Flüssigkeit.

Daher ist es im Schub besonders wichtig, auf genügend Wasserzufuhr zu achten. Liegt ein Nährstoffmangel vor, sollten diese substituiert werden. Im Schub kann dir eine ballaststoffarme, schonende Ernährung gut tun. Das bedeutet nicht zu fettig und scharf zu essen.

Da durch die medikamentöse Therapie dein Immunsystem geschwächt ist, solltest du besonders darauf achten, keine Bakterien aufzunehmen. Wasche Gemüse und Obst stets gründlich, meide verdorbene Lebensmittel und verzichte besser auf rohen Fisch, Fleisch und Rohmilchprodukte.

Indem du deine Ernährung und deine Beschwerden über einen Zeitraum beobachtest, kannst du herausfinden, welche Lebensmittel dir persönlich nicht gut bekommen. Gerne kannst du auch unsere auf Colitis Ulcerosa spezialisierte Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Deine gesetzliche Krankenkasse erstattet die Beratung. Hier findest du mehr Informationen

Was hilft im Schub?

Die leitliniengerechte Therapieempfehlung im Schub kannst du im Fachartikel Therapie bei Colitis Ulcerosa nachlesen. Aber was gibt es sonst noch für Möglichkeiten?  Da die Beschwerden im Schub sehr belastend sind, ist es wichtig, dass du nicht verzweifelst. Tu etwas für dich und dein generelles Wohlbefinden. Es gibt Hinweise, dass sich moderater Sport und Achtsamkeitsübungen positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken und deine Lebensqualität steigern.

Schub in der Schwangerschaft

Das Risiko dass während der Schwangerschaft ein Schub auftritt, liegt bei dreißig Prozent. Wichtig ist, dass du schnell deinen Arzt aufsuchst, um den Schub zu behandeln. Denn die hohe Entzündungsaktivität kann sonst auch deinem ungeborenen Kind schaden. In Absprache mit dem Gynäkologen kann dann eine optimale Therapie eingeleitet werden.

Schub in der Stillzeit

Die meisten Präparate zum Remissionserhalt können auch in der Stillzeit weiter genommen werden. Kommt es aber zum Schub, muss beachtet werden, dass Kortison an das Kind weitergegeben wird. Bei einem besonders schwerem Schub müssen eventuell Immunsuppressiva eingesetzt werden. Deren Einfluss auf das Kind ist jedoch noch nicht genügend untersucht ist. Daher sollte in diesem Fall besser nicht weiter gestillt werden.

Quellen

Arastéh, K., Baenkler, H. W., Bieber, C., Brandt, R., & Chatterjee, T. T. (2012). Duale Reihe Innere Medizin. Georg Thieme Verlag.

Dignass, A., Preiß, J. C., Aust, D. E., Autschbach, F., Ballauff, A., Barretton, G., … & Jantschek, G. (2011). Aktualisierte Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa 2011–Ergebnisse einer Evidenzbasierten Konsensuskonferenz. Zeitschrift für Gastroenterologie, 49(09), 1276-1341. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0031-1281666

Taylor, K., Scruggs, P. W., Balemba, O. B., Wiest, M. M., & Vella, C. A. (2018). Associations between physical activity, resilience, and quality of life in people with inflammatory bowel disease. European journal of applied physiology, 118(4), 829-836. https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00421-018-3817-z 

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

PS: "Du willst deine Verdauungsbeschwerden langfristig verbessern? Anstatt unseriöser Tests und überflüssiger Ergänzungsmittel sollte die Behandlung der Ursache das erste Ziel sein. Dazu haben wir ein einzigartiges ernährungstherapeutisches Programm (hier mehr Infos) entwickelt. Gerne beraten wir dich dazu in einem kostenlosen Erstgespräch. Du kannst uns unter (030) 549 099 49 anrufen.

Blähbauch? Krämpfe? Stuhlunregelmäßigkeiten?

Unser ärztlicher Leiter André Sommer erklärt, durch welche Lebensmittel Symptome verstärkt werden und wie die Ursache der Beschwerden behoben werden kann.

Jetzt informieren

Leave a Comment