Wann kann ich wieder normal leben?

 In ReizdarmReizwort

Nachdem ich jetzt einige Beiträge gelesen habe, möchte ich auch meine Geschichte teilen.

Ich bin jetzt 38 und habe ein RDS seit mittlerweile 15 Jahren.

Ich war nie eine Person, die mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen hatte. Wenn das Umfeld von Verdauungsbeschwerden geredet hat, wusste ich gar nicht, was damit gemeint ist. Ich konnte quasi alles essen und hatte keinerlei Probleme.

Angefangen hat es mit Übelkeit und dies war ein schleichender Prozess, nicht plötzlich jeden Tag, sondern immer wieder war die Übelkeit da, bis sie irgendwann mein täglicher Begleiter wurde. Ich musste mich nie übergeben, hatte aber das ständige Gefühl. Dann ging es mit Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen los. Keine vollständige Entleerung, Schleim im Stuhl, jeden Tag anders geformt…. also auf zum Arzt: Magen- und Darmspiegelung: kein Befund…. eine 2. Darmspiegelung einige Jahre später: kein Befund. Dieses Mal wollte ich mich nicht abspeisen lassen und meinte: ich habe schmerzen, ich bilde mir diese nicht ein. Antwort Arzt: psychosomatisch. Meine Frage war: was ist mit Intoleranzen? Antwort des Arztes: trinken sie 1l Milch und schauen sie, was passiert.
3 Jahre beim Psychiater, da ich ja „anscheinend nichts körperliches habe“, was auch für den Arsch war.
Angststörungen, Depressionen, Probleme im Freundeskreis und der Beziehung, keine Energie, ständige Müdigkeit, dazu kommt Neid, dass das Umfeld sein Leben leben kann wie gewünscht…

Ich war ein aufgeschlossener, abenteuerlustiger Mensch-und ich weiß nicht, wohin dieser Mensch verschwunden ist. Die Belastung, keine Dates mehr einhalten zu können, ständig ein Klo in der Nähe haben zu müssen, Schmerzen vom Blähbauch zu haben…. macht mich wirklich fertig.

2014 hatte ich einen Arzt gefunden, der zum ersten Mal den Stuhl untersucht hat und Blutwerte testen ließ um nach Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu suchen. Ergebnis: Bakterien viel zu wenig im Darm von einigen Stämmen, 58 Lebensmittel, die ich nicht mehr zu mir nehmen durfte. Nach Einnahme der Bakterien ging es mir für eine lange Zeit sehr gut-Energie ist zurückgekehrt, weniger Schmerzen und Probleme. Noch immer nicht perfekt, aber aushaltbar und das Leben wieder lebenswerter. Seit Anfang des Jahres geht es mir wieder schlechter, also wieder ab zum Arzt, wieder Stuhlprobe abgegeben. Ergebnis: alle Bakterien schlechter als vor 4 Jahren, Darmentzündungen und bisher hat mir leider die Kuren, die ich gemacht habe, nicht wirklich geholfen.
Fazit: ja, ich bin desillusioniert, verzweifelt, habe einen Haufen Geld bereits investiert, da man vieles einfach nicht bezahlt bekommt und möchte einfach mein altes Leben zurück, an das ich mich kaum noch erinnern kann. Ich kann teilweise nicht einmal mehr nachvollziehen, das mein Umfeld nicht ständig nach Toiletten Ausschau hält. In der schlimmsten Phase dieses Jahres musste ich morgens 6x aufs Klo und mir einen Plan machen, wo ich anhalten kann auf dem Weg zur Arbeit (die Arbeitsstelle ist 13 km entfernt). Der Witz ist, ich habe nicht einmal Durchfall, aber einen solch starken Stuhldrang, den ich nicht zurückhalten kann. Zusätzlich habe ich mittlerweile auch Blasenbeschwerden (das Gefühl, Urinieren zu müssen, obwohl die Blase leer ist). Ich würde also sagen: läuft bei mir, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich hoffe einfach, dass sich der Problematik angenommen wird und man nicht als „irre“ dargestellt wird. Niemandem scheint die Sonne aus dem Po, wenn er jeden Tag Schmerzen hat oder sein Leben nicht so führen kann, wie er es gerne hätte.

Danke jedenfalls für Eure Beiträge-es ist gut zu wissen, dass man mit seinem Problem nicht alleine dasteht.

 

Alles Liebe und gute Besserung

Lilly

 

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