Lopedium – Wirkung und Dosierung bei Durchfall

 In Medikamente

Lopedium ist ein Arzneimittel der Hexal AG. Es enthält den Wirkstoff Loperamid Hydrochlorid. Das Medikament wirkt bei akuten und chronischen Durchfällen.

Welche Lopedium Varianten gibt es?

Der Arzneimittelhersteller Hexal hat verschiedene Produkte mit dem Wirkstoff Loperamid im Angebot. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Darreichungsform (Hartkapsel, Tablette, Brausetabletten). Alle Präparate enthalten jeweils zwei Milligramm Loperamid pro Tablette oder Hartkapsel. Der Hersteller unterscheidet zwischen Lopedium und Lopedium akut Präparaten. Nur die Lopedium akut® Varianten sind ohne Kassenrezept erhältlich. Alle anderen sind rezeptpflichtig. Kinder ab acht Jahren können Lopedium® zur Behandlung von Durchfällen einnehmen. Lopedium akut® hingegen darf erst ab zwölf Jahren angewendet werden. Durch die Durchfälle kommt es zum Wasser- und Mineralstoffverlust. Die ISO-Produkte von Hexal enthalten deswegen zusätzlich zum Wirkstoff Glucose (Zucker) und Elektrolyte. Dies hilft den Mineralstoff- und Wasserhaushalt auszugleichen.

Name Darreichungsform Anzahl Preis*
Lopedium akut bei akutem Durchfall Hartkapseln 10 Stück 4,53 Euro
freiverkäuflich
Lopedium T akut bei akutem Durchfall Tabletten 10 Stück 4,53 Euro
freiverkäuflich
Lopedium akut ISO bei akutem Durchfall Brausetabletten 10 Stück 4,53 Euro
freiverkäuflich
Lopedium ISO Brausetabletten Brausetabletten 20 Stück 5,00 Euro Eigenanteil
Lopedium T Tabletten 20 Stück 5,00 Euro Eigenanteil
Lopedium Hartkapseln 20 Stück 5,00 Euro Eigenanteil

 * Apothekenverkaufspreis nach Lauer-Fischer. Online-Apotheken bieten teilweise günstigere Verkaufspreise für die frei verkäuflichen Produkte an.


Welche Nebenwirkungen hat Loperamid?

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen bei der Anwendung von Loperamid sind:

  •    Verstopfung nach Absetzen der Medikation
  •    Blähungen
  •    Übelkeit
  •    Kopfschmerzen
  •    Schwindel

Seltener treten die folgenden Nebenwirkungen auf:

  •    Bauchschmerzen
  •    Mundtrockenheit
  •    Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch
  •    Verdauungsstörungen
  •    Hautausschlag (Achtung: Allergie)
  •    aufgeblähter Bauch

Aufgepasst!

Lopedium enthält Laktose. Bei Laktose-Intoleranz muss dies bedacht werden. Bist du gegen Inhaltsstoffe allergisch, darfst du Lopedium ebenfalls nicht einnehmen. In diesem Fall solltest du dich mit deinem Arzt besprechen.

Wie wirkt Lopedium?

Das Präparat Lopedium enthält den Wirkstoff Loperamid. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Piperidin-Opioid. Dieses bindet im Darm an die sogenannten μ-Opioid-Rezeptoren und bewirkt eine Hemmung der Darmbewegung (Darmmotilität). Dadurch verringert sich die Passagezeit des Nahrungsbreis durch den Darm und die Anzahl der Durchfälle sinkt. Der Stuhl wird wieder fest geformt.

Wie dosiere ich Lopedium?

Bei akutem Durchfall wird dieser zunächst mit einer Erstdosis behandelt. Ist der nächste Stuhlgang immer noch ungeformt (breiig oder flüssig)? Nimm in diesem Fall erneut Lopedium ein (Folgedosis). Bei Erwachsenen ist die Folgedosis geringer als die Erstdosis. Setzte die Einnahme so lange fort, bis dein Stuhl wieder eine feste Konsistenz hat. Das ist individuell unterschiedlich. Du darfst allerdings die Höchstdosis nicht überschreiten:

  •   Tageshöchstdosis Erwachsene: 6 Hartkapseln. Dies entspricht zwölf Milligramm Loperamid
  •   Tageshöchstdosis Jugendliche ab 12 Jahren: 4 Hartkapseln. Das entspricht acht Milligramm Loperamid

Wichtig: Lopedium darf im Akutfall nicht länger als zwei Tage eingenommen werden.

Die Dosierung von Lopedium unterscheidet sich zwischen Jugendlichen und Erwachsenen:

Alter Erste Einnahme Folgedosis Tageshöchstdosis
Erwachsene

ab 18 Jahren

2 Tabletten oder Hartkapseln* 1 Tablette oder Hartkapsel* 6 Tabletten oder Hartkapseln*
Jugendliche

ab 12 Jahren

1 Tabletten oder Hartkapsel* 1 Tablette oder Hartkapsel* 4 Tabletten oder Hartkapseln*
Kinder

unter 8 Jahren

keine Einnahme von Lopedium möglich!

* Eine Tablette oder Kapsel entspricht zwei Milligramm des Wirkstoffes Loperamid.

Lopedium wirkt nicht?

In der Regel bessern sich die Durchfälle unter Lopedium bereits nach zwei Stunden. Du hast nach zwei Tagen Behandlung mit Lopedium immer noch Durchfall? Dann setzte Lopedium ab und lasse dich von einem Arzt untersuchen. Lopedium behandelt lediglich die Symptome und nicht die Ursache. Bei länger anhaltendem Durchfall ist daher eine ursachenbezogene Behandlung notwendig.

Darf Lopedium auch bei Kindern eingesetzt werden?

Ab acht Jahren eignet sich Lopedium® zur Behandlung von akuten Durchfällen. Das freiverkäufliche Lopedium akut® darf jedoch erst ab dem zwölften Lebensjahr eingenommen werden. Für jüngere Kinder ist das Medikament aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet. Für Kinder unter 12 Jahren gibt es andere wirksame Alternativen. Hierzu zählt der Wirkstoff Rececadotril (Handelsname Tiorfan®). Das Medikament erhältst du mit einem Rezept in der Apotheke. Insbesondere für kleine Kinder können starke Durchfälle durch den Flüssigkeitsverlust schnell gefährlich werden. Daher sollte immer ein Arzt aufgesucht werden um die Ursache des Durchfalls abzuklären und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.  

Wie entstehen Durchfälle?

Am häufigsten werden akute Durchfälle durch eine bakterielle oder virale Infektion verursacht. Bei einer bakteriellen Infektion kann die Einnahme von Antibiotika notwendig sein. Durch die erhöhte Wasser- und Elektrolytausscheidung sind insbesondere Kinder gefährdet. Wenn trotz der Einnahme von Elektrolytlösungen kein Gleichgewicht erreicht wird, können die Durchfälle mit Loperamid gestoppt werden. Weitere hilfreiche Tipps zur Behandlung von Durchfall findest du in unserem speziellen Fachartikel.

Kann man durch Loperamid einen Rausch bekommen?

Der Wirkstoff Loperamid in Lopedium ist ein Opioid. Anders als Rauschgifte, wie das Opioid Heroin, hat Loperamid keine berauschende Wirkung. Das liegt daran, dass es die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren kann. So kann es nicht im Gehirn (zentrales Nervensystem, ZNS) wirken. Eine Mischung von Loperamid mit anderen Arzneimitteln, um eine Rauschwirkung zu erhalten, ist gefährlich und muss unterlassen werden.

Was muss bei der Verhütung oder in der Schwangerschaft beachtet werden?

Es ist nicht bekannt, dass Lopedium die Wirkung der Pille herabsetzt. Allerdings verringern Durchfälle die Wirkung dieser hormonellen Verhütung. Du nimmst Lopedium wegen Durchfall ein? Dann ist eine zusätzliche Verhütung, zum Beispiel mit Kondomen, ratsam. Erst im nächsten Zyklus ohne Durchfälle kann die Pille ihren Verhütungsschutz wieder voll entfalten.

Der Hersteller empfiehlt Lopedium in der Schwangerschaft nicht einzunehmen. Auch wenn in kleinen Studien keine Schädigung des Embryos oder Feten beobachtet wurde. Bei Durchfällen in der Schwangerschaft solltest du einen Arzt aufsuchen und dich bezüglich der Therapie beraten lassen.

Welche anderen Medikamente enthalten den Wirkstoff Loperamid?

Viele verschiedene Pharmaunternehmen bieten ein Medikament an. Neben Lopedium von Hexal gibt es das Präparat Loperamid von 1A Pharma GmbH, Ratiopharm GmbH oder der Johnson & Johnson GmbH (Imodium akut).

Gibt es Alternativen zur Einnahme von Loperamid?

Wenn du auf eine Behandlung mit Medikamenten verzichten möchtest und häufiger an Durchfall leidest, bietet sich auch eine Ernährungsumstellung an. Wir haben hierzu eine spezielle Therapie entwickelt. Du wirst von deiner persönlichen Ernährungsberaterin begleitet. Gemeinsam arbeitet ihr auf Basis deiner Symptome ein Programm aus, das sich gut in deinen Alltag integriert. Und das beste ist, dass es zum Großteil von gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst wird. Erfahre hier mehr zur Therapie und vereinbare ein kostenloses Erstgespräch.

Quellen

Lemmer, B., Brune, K., & Lemmer, B. (2004). Pharmakotherapie. Springer Berlin Heidelberg.

Salutas Pharma GmbH (2017). Gebrauchsinformation: Information für Anwender. Lopedium akut. Online abgerufen am 02.07.2019 unter: https://www.preisapo.de/images/products/oskar/beipackzettel/01939446.pdf

Salutas Pharma GmbH (2017). Gebrauchsinformation: Information für Anwender. Lopedium. Online abgerufen am 02.07.2019 unter: https://www.gelbe-liste.de/produkte/beipackzettel_Loperamid-1-A-Pharma-2-mg-Hartkaps.pdf/84ad62f4-e41e-4ae9-a2be-e3e1923ffe0d

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

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