Esomeprazol – Wirkung, Anwendungsgebiete und Dosierung

 In Medikamente

Esomeprazol ist ein Medikament zur Behandlung von Sodbrennen, Aufstoßen, Magengeschwüren und Entzündungen der Magenschleimhaut. Es wird zudem zur Vorbeugung dieser Symptome und als Magenschutz eingenommen. Im Handel ist es in Form von Tabletten und als Granulat für orale Suspensionen sowie als Injektionspräparat erhältlich. Das Medikamen wirkt, indem es die Ausschüttung von Magensäure aus der Magenschleimhaut hemmt.

Was ist Esomeprazol?

Esomeprazol ist ein Mittel gegen refluxbedingtes Sodbrennen und Magengeschwüre und wird zudem bei Geschwüren im Darm, gegen das Zollinger-Ellison-Syndrom und saures Aufstoßen verschrieben. Es dient auch als Magenschutz und kann zudem präventiv verabreicht werden. Ebenso wird das Arzneimittel bei Entzündungen der Magenschleimhaut in Kombination mit Antibiotika verschrieben. Als Hartkapsel ist es in zwei verschiedenen Dosierungen erhältlich: Esomeprazol 20 und Esomeprazol 40. Im Arzneimittel liegt der Wirkstoff als Magnesium-Esomeprazol-Trihydrat vor, ein schwer in Wasser lösliches, weißes Pulver.

Wie wirkt Esomeprazol?

Esomeprazol gehört zur Wirkstoffgruppe der Protonen-Inhibitoren. Es hemmt die Bildung und Ausschüttung von Magensäure. (Protonenpumpenhemmer) Über den Darm gelangt der Wirkstoff ins Blut und schließlich zur Magenschleimhaut, wo seine Wirkkraft erst aktiviert wird, wenn er auf vorhandene Säure trifft – dies geschieht etwa zwei Stunden nach der Einnahme. Esomeprazol wird, im Gegensatz zu seinem Enantiomer Omeprazol, sehr gut in der Leber abgebaut. Somit ist eine zuverlässige Ausscheidung aus dem Organismus garantiert.


Wusstest du, dass …

  • Etwa 24 Prozent aller Erwachsenen von Sodbrennen oder saurem Aufstoßen betroffen sind und rund 14 Prozent davon mäßig oder sogar stark unter den Beschwerden leiden?
  • bereits bei jedem Fünften in Deutschland schon einmal eine Schleimhautentzündung des Magens oder des Zwölffingerdarms ärztlich diagnostiziert wurde?
  • rund sieben Prozent der Deutschen bereits an einem Magengeschwür litten?

Wann und wie wird Esomeprazol eingenommen?

Esomeprazol wird bei refluxbedingtem Sodbrennen, saurem Aufstoßen, bakterieller Gastritis, dem Zollinger-Ellison-Syndrom (Magensäureüberschuss aufgrund eines Geschwulsts im Pankreas), zudem bei Geschwüren in Magen oder Darm, Entzündungen der Magenschleimhaut und als Magenschutz eingenommen. Es sollte nüchtern oder mit der Nahrung, für gewöhnlich oral in Form von magensaftresistenten Kapsel, eingenommen werden. Die Kapseln werden als „MUPS“ (multiple unit pelle system) bezeichnet. Bei Schluckbeschwerden können die Kapseln auch in Wasser aufgelöst und getrunken werden. Alternativ wird das Arzneimittel sondengängig verabreicht oder intravenös aufbereitet und appliziert.

Wie lange wird Esomeprazol eingenommen?

Die Dauer der Einnahme hängt vom jeweiligen Krankheitsbild sowie der Stärke und Dauer der Beschwerden ab und muss deshalb von einem Arzt bestimmt werden. Sie kann kurzfristig oder auch langfristig erfolgen. Bei Sodbrennen, Reflux Ösophagitis und Magengeschwüren wird die Einnahme für gewöhnlich auf vier bis acht Wochen angesetzt. Bei einer bakteriellen Gastritis verkürzt sich die Einnahmedauer auf eine Woche. Wird Esomeprazol hingegen präventiv eingesetzt, ist die Dauer der Einnahme nicht begrenzt.

Esomeprazol richtig absetzen

Wird das Medikament abgesetzt, kommt es häufig zu einem sogenannten Rebound-Effekt: Dieser äußert sich, indem sich die Säureproduktion zunächst verstärkt. In der ersten Zeit nach dem Absetzen des Säureblockers treten Beschwerden wie Sodbrennen oder Aufstoßen also stärker auf. Um aufzuhören, bedarf es daher großer Konsequenz, denn für kurze Zeit müssen starke Symptome „ausgehalten“ werden. Flohsamenschalen und Heilerde helfen, diese während und nach dem Absetzen von Esomeprazol zu lindern. Beide entlasten den Magen und die Speiseröhre und kommen auch bei natürlichen Darmsanierungen zum Einsatz.

Welche Nebenwirkungen zeigt Esomeprazol?

Wer Esomeprazol einnimmt, muss häufig mit folgenden Nebenwirkungen rechnen:

  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Verdauungsprobleme wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Gelegentlich treten auch folgende Nebenwirkungen auf:

  • Hautprobleme, wie Entzündungen der Haut oder Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht
  • Wassereinlagerungen in den Gliedmaßen
  • Schlaflosigkeit und Müdigkeit
  • Schwindel
  • Nervosität
  • Erhöhung der Enzymwerte in der Leber
  • Mundtrockenheit

Und in ganz seltenen Fällen führt Esomeprazol zu folgenden Nebenwirkungen:

  • Im Blut: Mangel an weißen Blutkörperchen oder an Blutplättchen, Blut-Natriummangel, allgemeiner Blutzellenmangel
  • Überempfindlichkeiten: Diese zeigen sich mittels Fieber, Gesichtsschwellungen, allergischer Reaktion oder allergischem Schock. Überempfindlichkeit gegen Licht, schwere Hautreaktionen wie Erythema multiforme oder Stevens-Johnson-Syndrom oder toxisch-epidermaler Nekrolyse
  • Emotional: Verwirrtheitszustände, Depressionen, Erregung, Angriffslust, Wahnvorstellungen
  • Physisch: Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Unwohlsein, vermehrter Schweißfluss, Haarausfall, Mundschleimhaut-Entzündung, Muskelschwäche, Brustschwellung
  • Intern: Leberentzündung (mit und ohne Gelbsucht), Hefepilze im Verdauungstrakt, Bronchialkrämpfe, Leberversagen, leberbedingte Gehirnfunktionsstörung (bei bevorstehenden Lebererkrankungen) Nierenentzündung, Fehlen von Granulozyten
  • Körperempfinden: Gleichgewichtsstörungen, Geschmacksveränderungen, Hörstörungen

Hinweis!

Die angegebenen Nebenwirkungen beziehen sich rein auf den Wirkstoff Esomeprazol und nicht auf einzelne Medikamente, die Esomeprazol enthalten.

Wann darf Esomeprazol nicht eingenommen werden?

Unter folgenden Bedingungen darf Esomeprazol nicht eingenommen werden:

  • Bei allergischer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Esomeprazol oder einem anderen Bestandteil des Arzneitmittels
  • Bei allergischer Reaktion auf andere Protonenpumpenhemmer
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die Nelfinavir enthalten.
  • Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nur nach Absprache mit einem Arzt

Treten folgende Beschwerden während der Einnahme auf, sollte ein Arzt konsultiert werden:

Kinder und Jugendliche:

  • Esomeprazol sollte bei Kindern unter 12 Jahren nicht angewandt werden
  • Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahre sollten Esomeprazol nur nach Absprache mit einem Arzt einnehmen

Esomeprazol bei Schwangerschaft

Grundsätzlich kann das Medikament auch während der Schwangerschaft eingenommen werden. Suche jedoch unbedingt einen Arzt für eine Nutzen-Risiko-Abwägung auf. Von einer Einnahme während der Stillzeit wird eher abgeraten, denn bisher gab es keine Untersuchungen dazu, ob Esomeprazol in die Muttermilch übergeht. Stillende Mütter sollten bei starken Beschwerden ein Abstillen in Erwägung ziehen. Alternativ sollten schwangere und stillende Frauen bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen zunächst zu natürlichen Hilfsmitteln greifen.

Wie effektiv wirkt Esomeprazol gegen Sodbrennen?

Das Medikament zeigt sehr gute Wirkung bei Sodbrennen, beziehungsweise einer GERD (gastroösophagealen Refluxkrankheit). Wenn eine Umstellung der Ernährung und natürliche Hilfsmittel wie etwa das Hochstellen des Bettkopfes nichts bringen, dann empfehlen Ärzte Esomeprazol. Der Wirkstoff hemmt die Säureproduktion im Magen um 91 Prozent. Laut dem Deutschen Ärztemagazin verspricht er bei einer vierwöchigen Therapiezeit eine Heilungschance von 80 Prozent.

Natürliche Hilfsmittel gegen Sodbrennen

Wer des Öfteren unter Sodbrennen leidet, kann die Beschwerden zunächst mit natürlichen Hilfsmitteln bekämpfen. Erst wenn diese nicht hilfreich sind, sollte zu rezeptpflichtigen Arzneimitteln gegriffen werden. Es gibt zahlreiche natürliche Hilfsmittel gegen Sodbrennen, darunter langfristig und kurzfristig wirksam. So zum Beispiel:

  • Ernährungsumstellung auf magenschonende, basische Kost (Vollkorn, viel Gemüse wenig Fleisch, fettarm, keine scharfen Gewürze)
  • Verzicht auf Genussmittel wie Kaffee, Zigaretten und Alkohol
  • Viel stilles Wasser trinken
  • Natron in geringer Dosierung
  • Kaugummi kauen

Wo und wie gibt es Esomeprazol zu kaufen?

Im Handel ist Esomeprazol in verschiedenen Arzneimitteln erhältlich. Für gewöhnlich wird der Wirkstoff in Form von magenresistenten Kapseln verkauft. Je nach Packungsgröße und Marke liegt der handelsübliche Preis zwischen 4 und 25 Euro. So kostet eine Packung Esomeprazol TAD 40 mg Magenresistente Hartkapseln mit 15 Stück etwa 13,- Euro.

Wichtig!

Esomeprazol ist nicht rezeptfrei erhältlich! Suche also bei den hier beschriebenen Beschwerden auf jeden Fall einen Arzt auf. Dieser verschreibt Esomeprazol, sollten die Anzeichen eine Einnahme des Arzneimittels seiner Diagnose nach erfordern.

Quellen

Bai, Y., Chen, D. F., Wang, R. Q., Chen, Y. X., Shi, R. H., Tian, D. A., … & Li, Z. S. (2015). Intravenous esomeprazole for prevention of peptic ulcer rebleeding: A randomized trial in Chinese patients. Advances in therapy, 32(11), 1160-1176. Online abgerufen am 10.08.2018 unter: https://link.springer.com/article/10.1007/s12325-015-0265-6

Baker, D. E. (2002). Esomeprazole: update and clinical review. Reviews in gastroenterological disorders, 2(4), 189-199. Online abgerufen am 10.08.2018 unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12481170

Bornemann, R., Gaber, E. (2013). Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. In: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 55. Robert Koch Institut (Hrg.). Berlin. Online abgerufen am 10.08.2018 unter: 
https://edoc.rki.de/handle/176904/3242

Bottlin, D. et. al. (2018). Effect of Postprandial Administration of Esomeprazole on Reflux Symptoms in Gastroesophageal Reflux Disease: A Randomized, Controlled Trial. In: Dig Dis. 2018 May 23:1-7.Online abgerufen am 10.08.2018 unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29791895

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

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