Ernährung bei Divertikulitis – Was darf ich bei Divertikulitis essen?

 In Ernährung

Bei der Therapie der Divertikulitis spielt Ernährung eine große Rolle. Welche Nahrungsmittel du essen darfst, ist abhängig davon, in welcher Erkrankungsphase du dich befindest. Die Divertikulitis ist eine Entzündung eines Darmabschnittes, daher solltest du deinen Darm im akuten Krankheitsausbruch möglichst entlasten. Treten die Beschwerden der Divertikulitis immer wieder auf (rezidivierend) oder bestehen sie dauerhaft (persistierend), liegt eine chronische Divertikelkrankheit vor. Ob du den Verlauf und das erneute Auftreten dieser Erkrankung durch bestimmte Ernährungsgewohnheiten positiv beeinflussen kannst, ist allerdings wissenschaftlich umstritten. Lies weiter und erfahre, worauf du bei deiner Ernährung achten kannst und was wirklich hilft.

Wie ernähre ich mich bei einer akuten Divertikulitis?

Liegt eine akute Divertikulitis vor, zeigt sich das durch hauptsächlich linksseitige Bauchkrämpfe, Blähungen und Veränderungen des Stuhls. Diese Stuhlveränderung kann sich durch Durchfall oder Verstopfung äußern. Jetzt ist Vorsicht geboten! In dieser akuten Phase solltest du deinen Darm möglichst nicht mit Nahrung zusätzlich belasten. In leichten Verläufen können ballaststoffarme Lebensmittel gegessen werden. Dazu gehören beispielsweise gekochte Kartoffeln, Haferflocken und Gemüsesuppen oder auch Milchprodukte. In schweren Fällen kann es notwendig sein, dass gänzlich auf die Nahrungszufuhr verzichtet wird. Dann muss die Ernährung über Infusionen unter Umgehung des Darms (parenteral) gewährleistet werden. Leidest du neben der Divertikulose noch an Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), chronischer Nierenerkrankung oder bist immunsupprimiert, ist dein Risiko einen komplizierten Verlauf der Divertikulitis zu entwickeln erhöht. In diesem Falle solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dies gilt ebenfalls für erstmalig aufgetretene Beschwerden und schwere Verläufe. Der Arzt kann abklären, ob du an einer komplizierten Divertikulitis leidest und die weitere Behandlung einleiten.

Ich hatte eine Divertikulitis – was kann ich essen?

In der ersten Woche nach einer akuten Divertikulitis solltest du deinen Darm langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen und in dieser Zeit auf Rohkost und Salat verzichten. Während insbesondere eine ballaststoffreiche, fett- und fleischarme Ernährung vor der Ausbildung von Divertikeln schützt, trifft dies leider nicht auf das Risiko einer erneuten Divertikulitis zu. Die Leitlinie (S2k) für Divertikelkrankheit und Divertikulitis empfiehlt keine besondere Ernährungsweise, um einer weiteren Divertikulitis vorzubeugen.

Nach einer akuten Divertikulitis ist generell eine ausgewogene Ernährung zu empfehlen. Einschränken musst du dich aber nicht mehr, sobald die Entzündung vollkommen abgeklungen ist. Häufig leiden Menschen mit Divertikelkrankheit an Verstopfung. Um weichen Stuhlgang zu fördern und damit Verstopfungsbeschwerden zu minimieren, ist die erwähnte ballaststoffreiche Ernährung gut. Diese steigert auch die Darmbewegung und fördert so den Stuhl besser. Außerdem solltest du immer reichlich Wasser trinken (mindestens zwei Liter). Ballaststoffreich sind insbesondere Gemüse und Obst, sowie Vollkornprodukte. Generell wird empfohlen, dass Erwachsene täglich 30–40 Gramm Ballaststoffe zu sich nehmen. Dies erreichst du ganz leicht, indem du täglich Salat und verschiedene Gemüse als Beilage isst und in Zukunft auf Vollkornbrot, ungesüßte Müslis und Vollkornnudeln oder Vollkornreis zurückgreifst. Natürlich darfst du deinen Ernährungsplan mit Milchprodukten ergänzen. Meiden solltest du Zucker, fettige Speisen, helles Brot, zu viel Bananen (diese stopfen) und Softdrinks. Weitere Informationen findest du in der Tabelle.


 Divertikulitis-Phase Geeignete Lebensmittel Ungeeignete Lebensmittel
akute Entzündung
  • Tee
  • Suppe ohne starke Gewürze
  • weich gekochte Kartoffeln
  • Haferbrei
  • rohes Gemüse
  • Salat
  • Obst
  • Vollkornprodukte
  • fettigen Speisen
chronische Divertikelkrankheit in der entzündungsfreien Phase
  • jegliches Gemüse (zum Beispiel: Aubergine, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Kohl, Rote Beete, Spargel, Spinat, Zucchini)
  • Bohnen, Linsen, Sojabohnen, Blattsalate
  • Obst (zum Beispiel: Äpfel, Beeren, Birnen, Orangen, kernlose Trauben)
  • Vollkornprodukte (zum Beispiel: Amaranth, Dinkel, Hirse, Reis, Quinoa, Haferflocken, Vollkornbrot, Vollkornnudeln)
  • Samen (zum Beispiel: Leinsamen, Sonnenblumenkerne)
  • Milchprodukte (zum Beispiel: ungesüßter Joghurt)
  • Fisch
  • Hühnerfleisch
  • Viel Wasser trinken!
  • Zucker
  • fettige Speisen
  • helles Brot
  • Fertigprodukte
  • zu viele Bananen
  • Softdrinks
  • zu viel rotes Fleisch

Du hast noch weitere Fragen? Oder du achtest auf deine Ernährung und hast dennoch noch Darmbeschwerden? Dann melde dich gerne bei einem unsere spezialisierten Ernährungsberater und erhalte eine individuelle Ernährungsberatung! Klicke hier für mehr Informationen.

Was ist ein geeignetes Rezept bei Divertikulitis?

Wie in der Tabelle beschrieben, hängt die Form der Ernährung von der Phase deiner Erkrankung ab. Da nach Abklingen der Entzündung kein Lebensmittel wirklich Tabu ist, kannst du alles essen. Dir und deiner Gesundheit tust du aber etwas Gutes, wenn du selbstgekochte, frische Gerichte isst, mit reichlich Gemüse. Da gibt es viele Rezepte und deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Tausche beispielsweise in deinem Speiseplan das Weißbrot gegen Vollkornbrot ein. Am Morgen empfiehlt sich auch ein warmer Hirsebrei mit gekochten Früchten. Lasse dich am besten von einem Kochbuch mit vegetarischen Rezepten inspirieren, wenn du Lust hast, etwas Neues auszuprobieren. Oder schau dir hier unsere darmfreundlichen Rezepte an.

Gerne stellen wir dir auch einen individuellen Ernährungsplan mit Rezepten zusammen. Erhalte hier mehr Informationen über unsere von Krankenkassen erstattete Ernährungsberatung, die auf Divertikulitis spezialisiert ist.

Ich wurde operiert! Was darf ich essen?

Nach einer Divertikel-Operation findet zunächst ein Kostaufbau statt. Die Kostform hängt insbesondere von deinem Wohlbefinden und den Laborwerten ab. Generell darfst du am ersten postoperativen Tag nur flüssige Nahrung wie Tee und Suppe oder Joghurt zu dir nehmen. Am zweiten Tag kannst du in der Regel schon Breikost essen. Je nachdem wie es dir geht, kannst du dann ab dem dritten oder vierten Tag nach der OP Schonkost essen. Das bedeutet, dass du zunächst auf unreifes Obst, Steinobst, fette Milchprodukte und fettiges Fleisch sowie blähendes Gemüse wie Kohl, Paprika oder Zwiebeln verzichten solltest. Am fünften Tag ist es geschafft und Vollkost steht wieder auf dem Speiseplan (siehe: Ich hatte eine Divertikulitis – was kann ich essen?).

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich häufiger eine Divertikulitis habe?

Ja, grundsätzliche ist gegen mäßigen Alkoholgenuss bei Divertikulitiden nichts einzuwenden. Eine aktuelle Übersichtsarbeit konnte keinen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Konsum von Alkohol und einer Verschlechterung der Divertikulitis oder der erhöhten Gefahr einer Divertikelblutung finden. Somit ist gegen ein gelegentliches Glas Wein oder Bier in Bezug auf die Divertikelerkrankung nichts einzuwenden. Treten jedoch nach dem Genuss Beschwerden auf, solltest du lieber zukünftig auf Alkohol verzichten. Tatsächlich wirkt sich Alkohol negativ auf die Entstehung von Divertikeln aus. Der regelmäßige Konsum von Alkohol schädigt aber die Magen- und Darmschleimhaut und die Leber, senkt die Bewegungsfähigkeit des Darms und kann dazu führen, dass Nährstoffe nicht mehr richtig aufgenommen werden (Malabsorptionssyndrom). Der Konsum von Alkohol kann daher grundsätzlich nicht empfohlen werden.

Quellen

DiSiena, M., Birk, J.W. (2018). Diverticular Disease: The old, the New, and the Ever-Changing View. South Med J., 111(3), 144-150. Online abgerufen am 13.03.2018 unter http://sma.org/southern-medical-journal/article/diverticular-disease-old-new-ever-changing-view/

Leifeld, L., Germer, C.T., Böhm, S., Domoulin, F.L., Häuser, W., Kreis, M., et al. (2014). S2k-Leitlinie Divertikelkrankheit/ Divertikulitis. Zeitschrift für Gastroenterologie, 52(07), 663-710. Online abgerufen am 13.03.2018 unter https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/s-0034-1366692.pdf

Jaruvongvanich, V., Sanguankeo, A., & Upala, S. (2017). Association between Alcohol Consumption and Diverticulosis and Diverticular Bleeding: A Systematic Review and Meta-analysis. Hawai’i Journal of Medicine & Public Health, 76(8), 211-219. Online abgerufen am 13.03.2018 unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5551275/

Tursi, A. (2017). Dietry pattern and colonic diverticulosis. Curr Opin Clin Nutr Metab Care, 20(5), 409-413. Online abgerufen am 14.03.2018 unter https://journals.lww.com/co-clinicalnutrition/Abstract/2017/09000/Dietary_pattern_and_colonic_diverticulosis.17.aspx

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

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