Chronische Typ-C-Gastritis

 In Erkrankungen

Bei der chronischen Typ-C-Gastritis handelt es sich um einen Typ einer chronischen Entzündung der Magenschleimhaut. Betroffen sind insbesondere Menschen des höheren Lebensalters. Generell ist die chronische Gastritis eine sehr häufige Erkrankung. Bereits bei jedem zweiten der über 65-Jährigen liegt eine chronische Gastritis vor. Je nachdem, welche Ursache die Erkrankung hat, wird sie nach Typ A, B und C eingeteilt. Meistens verläuft die chronische Typ-C-Gastritis beschwerdefrei. Die Diagnose wird durch den histologischen Befund einer Probe der Magenschleimhaut gestellt. Oft sind Raucher und Menschen mit regelmäßigem Alkoholkonsum von hochprozentigen Spirituosen betroffen.

Was bedeutet Typ-C-Gastritis?

Die chronische Gastritis wird nach der Ursache ihrer Entstehung in drei Typen klassifiziert.

  • Typ-A-Gastritis: Autoimmungastritis durch Antikörper (Ursache nicht bekannt)
  • Typ-B-Gastritis: bakterielle Gastritis (Helicobacter Pylori Infektion)
  • Typ-C-Gastritis: chemische Gastritis (chemische Noxen)

Bei der Typ-C-Gastritis schädigen chemische Substanzen die Magenschleimhaut (Noxen). Durch die längerfristige Einnahme von bestimmten Medikamenten wie Ibuprofen oder ASS (Aspirin) oder chronischem Rückfluss von Gallensaft (Gallereflux) entzündet sich die Magenschleimhaut. Ibuprofen und ASS gehören zur Gruppe der nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Es handelt sich um Schmerzmittel, die fiebersenkend und entzündungshemmend wirken. Sie werden vielseitig verschrieben und führen bei langfristiger Einnahme zu einer Schädigung der Magenschleimhaut. Auch Rauchen und Alkoholkonsum können eine Typ-C-Gastritis verursachen. Bei ungefähr 30 Prozent der chronischen Magenschleimhautentzündungen handelt es sich um eine Typ-C-Gastritis.

Welche Beschwerden treten bei der Typ-C-Gastritis auf?

Eine chronische Gastritis verläuft bei vielen Betroffenen beschwerdefrei. Es können aber auch unspezifische Oberbauchbeschwerden auftreten. Die Beschwerden treten dann wechselhaft auf. So können sich beschwerdefreie Intervalle mit Oberbauchbeschwerden abwechseln.


Mögliche Symptome bei einer chronischen Gastritis sind:

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • Aufstoßen
  • verminderter Appetit aber starkes Hungergefühl
  • Nüchternschmerz (Schmerzen bei leerem Magen)
  • Schmerz nach dem Essen (postprandialer Schmerz)
  • schnelles Sättigungsgefühl beim Essen

Bei der Typ-C-Gastritis wechseln die Beschwerden und die Intensität der Beschwerden häufig. Werden die verursachenden schädigenden Substanzen weggelassen, bessern sich in der Regel auch die Beschwerden.

Wusstest du schon?

Treten die Magenbeschwerden nach Beginn einer medikamentösen Therapie mit NSAR (zum Beispiel Ibuprofen oder ASS) erstmals auf, dann liegt der verdacht einer Typ-C-Gastritis nahe!

Wichtig: Die Einnahme von Glucocorticoiden (Cortison) oder SSRI (Antidepressiva) in Kombination mit NSAR erhöht das Risiko für eine Typ-C-Gastritis!

Wie wird die Diagnose Typ-C-Gastritis gestellt?

Liegt ein Verdacht auf eine chronische Gastritis vor, muss diesem mit einer endoskopischen Untersuchung des Ösophagus und Magens nachgegangen werden (Ösophagogastroduodenoskopie). Hierbei wird die Magenschleimhaut beurteilt und eine Probe genommen. Bei allen Typen der chronischen Gastritis ist die Diagnose ausschließlich histologisch zu stellen. Darunter versteht man, dass eine Probe des Gewebes der Magenschleimhaut unter dem Mikroskop beurteilt wird. Bei der Typ-C-Gastritis kommt es zu spezifischen Veränderungen. Häufig ist der untere Teil des Magens, das Antrum, von der Entzündung betroffen. Im Gewebe zeigen sich Schwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödem), Rötung der Schleimhaut und vermehrtes Wachstum der Schleimhaut (Mukosa).

Gut zu wissen:

Häufig ist das erste Symptom einer Typ-C-Gastritis eine Blutung aus einem Magengeschwür.

Wie therapiere ich eine Typ-C-Gastritis?

Die Veränderungen der Magenschleimhaut bei einer Typ-C-Gastritis müssen nicht behandelt werden. Die Therapie richtet sich ausschließlich nach den bestehenden Beschwerden. Diese werden symptomatisch behandelt. Je nach Leitsymptom kommen dabei verschiedene Medikamente zur Anwendung. Da Stress einen Einfluss auf die Erkrankung hat, können Sport, autogenes Training oder auch unterstützende psychotherapeutische Maßnahmen helfen.

Leitsymptom Therapie
Sodbrennen Antazida, H2-Blocker oder Protonenpumpeninhibitoren (PPI)
Völlegefühl nach dem Essen Gastroprokinetika
Aufstoßen und Luftschlucken Entschäumer und Prokinetika
symptomatischer Gallereflux Prokinetika oder Colestyramin

Besteht bei der Typ-C-Gastritis ein Risiko für Vitamin-B-12-Mangel?

Nein, im Gegensatz zur Typ-A-Gastritis besteht bei der Typ-C-Gastritis kein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B-12-Mangel. Für die Aufnahme von Vitamin-B-12 im Dünndarm ist der sogenannte Intrinsic Faktor notwendig. Bei der Typ-A-Gastritis können Antikörper gegen den Intrinsic Faktor vorliegen. Bei der Typ-C-Gastritis ist dies nicht der Fall.

Wichtig!

Sind Medikamente der Kategorie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) für die Beschwerden verantwortlich, sollten diese in Absprache mit dem Arzt nach Möglichkeit abgesetzt werden. Ist ein Absetzen nicht möglich, wird  zum Schutz der Magenschleimhaut die zusätzliche Einnahme von Protonenpumpenhemmern oder Prostaglandinen (Kombinationspräparat Diclofenac + Misoprostol) empfohlen.

Wie ist die Prognose bei einer chronischen Typ-C-Gastritis?

Die chronische Gastritis verläuft in Schüben. Über einen Zeitraum von 20 Jahren kann die Entzündung der Magenschleimhaut in manchen Fällen zu einer Verkümmerung derselbigen führen (chronisch atrophe Gastritis). In der Regel ist die Lebenserwartung durch eine chronische Typ-C-Gastritis nicht herabgesetzt. Anders als bei der Typ-A- und Typ-B-Gastritis ist bei der Typ-C-Gastritis das Risiko für ein Magenkarzinom nicht erhöht.

Allerdings bilden sich bei der Typ-C-Gastritis Magengeschwüre (Ulzera). Diese können bluten oder sogar zu einem Magendurchbruch (Perforation) führen.

Um deine Prognose zu verbessern solltest du die folgendes Tipps berücksichtigen:

  • Falls möglich Medikamente absetzen, welche die Magenschleimhaut schädigen
  • Rauchentwöhnung
  • Keinen Alkohol

Wie erkenne ich eine Magenblutung?

Magenblutungen führen zu Übelkeit und Erbrechen. Wenn dein Erbrochenes schwarz-braun gefärbt ist, liegt der Verdacht einer Magenblutung nahe. Da die Färbung an Kaffeesatz erinnert, spricht man auch von Kaffeesatzerbrechen. In diesem Fall solltest du unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen!

Wie ernähre ich mich wenn ich an einer Typ-C-Gastritis leide?

Für Patienten mit Typ-C-Gastritis gibt es keine klaren Ernährungsempfehlungen. Leidest du an einer chronischen Magenschleimhautentzündung ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung wichtig. Wir von Cara Care empfehlen außerdem eine magenschonende Ernährung. Gerne kannst du dich kostenlos bei uns über die medizinische Ernährungsberatung von Cara Care informieren. Vor allem, wenn du an Magen-Darm-Beschwerden leidest, solltest du deinen Magen nicht zusätzlich zu belasten. Da die Typ-C-Gastritis durch schädliche Stoffe (Noxen) entsteht, solltest du diese in erster Linie meiden. Hierzu zählen Nikotin und Alkohol. Auf diese solltest du unbedingt verzichten! Auch Kaffee greift die Magenschleimhaut an und sollte reduziert werden. Wie verträglich Nahrungsmittel für deinen Magen sind, hängt außerdem von der Zubereitungsart ab und wie du deine Nahrung zu dir nimmst.

Für ein gesundes Bauchgefühl haben wir dir ein paar Grundregeln zusammengefasst:

Iss regelmäßig und plane bewusste Essenspausen ein. Wir empfehlen drei Hauptmahlzeiten.

🍬Keine Zwischensnacks! Dein Verdauungssystem braucht Ruhephasen.

Nimm dir Zeit zum Essen. Langsames Essen und bewusstes Kauen sind wichtig – Fernseher, Handy aber auch die Zeitung sind währenddessen Tabu.

🌶 Meide sehr fettige, stark gewürzte oder scharfe Speisen.

🍹 Verzichte möglichst auf Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke.

🍩 Reduziere zuckerhaltige Lebensmittel.

🌊 Achte auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser oder ungesüßtem Tee.

🍲 Meide Zwiebel, Kohl und Hülsenfrüchte – diese Lebensmittel sind besonders blähend und dadurch nicht magenschonend.

Möchtest du mehr über eine optimale Ernährung bei deinen Beschwerden erfahren? Dann wende dich an unsere qualifizierten Ernährungsberater und erhalte eine individuelle Ernährungsberatung!

Welche Nahrungsmittel sind leicht oder schwer verdaulich?

Wenn du durch deine chronische Gastritis an Verdauungsbeschwerden leidest, kann eine magenschonende Ernährung helfen.

Welche Nahrungsmittel besser verträglich sind und welche ungeeignet sind, zeigt dir diese Tabelle:

Nahrungsmittelgruppe schwer verdaulich leicht verdaulich
Brot grobe Vollkornbrote, frische Brote und Brötchen Brot aus fein gemahlenem Mehl, altbackene Brote, Zwieback
Getreide individuell verschieden Hafer, Grieß, Reis, Getreideflocken nach Verträglichkeit
Backwaren frittierte und fettige Backwaren und Kuchen mit Sahne oder Creme Backwaren aus leichtem Hefeteig, Obstkuchen ohne Sahne, trockene Kekse
Kartoffeln Kartoffelpuffer, Pommes Salz- und Pellkartoffeln
Gemüse Kohlsorten, Rettich, Radieschen, Bohnen, Hülsenfrüchte, Pilze, Paprika Fenchel, Möhren, grünes Blattgemüse, Zucchini
Obst Steinfrüchte wie Kirschen oder Aprikosen; unreifes Obst Bananen, Äpfel, Birnen, Zitrusfrüchte nach Verträglichkeit
Milch und Milchprodukte vollfette und Rahmprodukte, kräftige Käsesorten magere Milchprodukte, milder Käse nach individueller Verträglichkeit
Fleisch fette und geräucherte Wurstsorten, fettes Fleisch (Ente, Schweinenacken), Braten, Speck mageres Fleisch – insbesondere Geflügel, mageres Rindfleisch: fettarme Zubereitungsart wichtig; magerer Schinken
Fisch fette Fischsorten (Aal, Lachs, Hering) magere Süß- und Salzwasserfische (Forelle, Scholle)
Eier hartgekochte Eier, fette Eierspeisen, Mayonnaise pochierte und weich gekochte Eier nach individueller Verträglichkeit
Fette und Öle fettige Speisen, Butter, Schmalz kaltgepresste Pflanzenöle in geringen Mengen
Gewürze scharfe Gewürze (Chili, Curry, Zwiebel, Knoblauch) milde, getrocknete Kräuter, Kümmel, Fenchel, Kurkuma, Pfeffer (mäßig)
Getränke schwarzer Kaffee, Pfefferminztee, eiskalte und kohlensäurehaltige Getränke, unverdünnte Fruchtsäfte, Limonade, Cola, eiskalte Getränke milde Kräutertees mit Fenchel, Anis, Kümmel, Kamillentee, verdünnte Saftschorlen, milder Milchkaffee und Grüntee nach Verträglichkeit
Zubereitungsarten Braten, Frittieren, Panieren Dünsten, in Folie garen, Kochen, im Backofen, Grillen ohne Fett
Quellen

Baenkler, H.W., Goldschmidt, H., Hahn, J.M., Hinterseer, M. and Knez, A., 2015. Kurzlehrbuch Innere Medizin. Georg Thieme Verlag. Online abgerufen am 27.09.2018 unter: https://bit.ly/2N6XSD1 (Google Books).

Erckenbrecht, J. F., & Jonas, S. (Eds.). (2015). Viszeralmedizin: Interdisziplinäres Facharztwissen Gastroenterologie und Viszeralchirurgie. Springer-Verlag. Online abgerufen am 27.09.2018 unter: https://bit.ly/2Qdo693 (Google Books).

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

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