Speiseröhrenentzündung-Behandlung – was hilft wirklich?

 In Behandlung

Eine Speiseröhrenentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Dementsprechend werden unterschiedliche Behandlungsansätze empfohlen. Zu den Ursachen gehören Infektionen, Allergien, bestimmte Medikamente, der regelmäßige Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre und Strahlenbehandlungen. Typische Symptome sind saures Aufstoßen, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Schluck- und Zahnprobleme. Milde Formen der Erkrankung zeigen häufig keine bis geringfügige Symptome. Die Behandlung einer Speiseröhrenentzündung besteht neben der Linderung der Beschwerden vor allem in der Beseitigung der Ursachen, um die geschädigte Schleimhaut der Speiseröhre ausheilen zu lassen. Bleibt eine Speiseröhrenentzündung unbehandelt, kann es zur Bildung von Narben oder Geschwüre kommen, welche die Entstehung von Speiseröhrenverengungen, Blutungen und Speiseröhrenkrebs begünstigen können.

Wie wird eine medikamenteninduzierte Speiseröhrenentzündung behandelt?

Medikamente können auf unterschiedliche Weise eine Speiseröhrenentzündung hervorrufen. Zum einen können sie als Nebenwirkung den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre begünstigen. In diesem Fall sollte, wenn möglich, auf ein anderes Präparat gewechselt werden, das mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einen Reflux verursacht. Zum anderen können die Medikamente aufgrund von Einnahmefehlern zu lange in der Speiseröhre verweilen und ätzende Schäden verursachen. Im Allgemeinen wird empfohlen, ein volles Glas Wasser zu den Tabletten zu trinken, nach Tabletteneinnahme mindestens 30 Minuten sitzen oder stehen zu bleiben und eine Einnahme unmittelbar vor der Nachtruhe zu vermeiden.

Wie werden infektiöse Speiseröhrenentzündungen therapiert?

Eine Infektion der Speiseröhre mit Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten betrifft hauptsächlich Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem (z.B. Diabetes-Patienten, Organtransplantierte, ältere Menschen). Eine Speiseröhren-Infektion dieser Form kann mit Antibiotika, Anti-Pilzmittel oder -Parasitenmittel behandelt werden.

Wie sieht die Behandlung einer durch Reflux verursachten Speiseröhrenentzündung aus?

Am häufigsten ist eine Speiseröhrenentzündung durch einen Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre bedingt. Hierbei können Protonenpumpenhemmer (PPI) Abhilfe schaffen. Bei schwach ausgeprägten Entzündungen ist die Einnahme von PPI über vier Wochen und bei schweren Formen bis zu acht Wochen empfohlen. In seltenen Fällen kann ein operativer Eingriff notwendig werden.


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Was tut man gehen eine eosinophile Speiseröhrenentzündung?

Eine eosinophile Ösophagitis ist eine Entzündung der Speiseröhre, die häufig allergischen Ursprungs hat. Sie äußert sich ähnlich wie eine Refluxkrankheit (GERD) und geht in der Regel mit einer Speiseröhrenverengung einher. Die Behandlung erfolgt mit Kortikosteroiden, die je nach Schweregrad der Erkrankung als Spray oder in Tablettenform eingenommen werden. Alternativ können zur Beschwerdelinderung Leukotrienantagonisten wie Montelukast versucht werden. Oftmals sind aufgrund der Speiseröhrenverengung endoskopische Therapien (Bougierung oder Ballondilatation) vonnöten.

Welches Vorgehen ist bei einer radiogenen Speiseröhrenentzündung angeraten?

Eine häufige Nebenwirkung einer Strahlenbehandlung bei Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich und im Brustkorb sind entzündliche Prozesse in der Speiseröhre. Führende Symptome sind Schluckbeschwerden, vor allem Schmerzen während des Schluckens, und Reflux. Für die Behandlung stehen neben einer Ernährungsumstellung, Tabak- und Alkoholkarenz, auch Medikamente insbesondere Lokalanästhetika und Protonenpumpeninhibitoren zur Verfügung. Bei erheblichen Schmerzen kann es zum Einsatz von Nicht-Steroidalen-Anti-Rheumatika (NSAR) und Opioide kommen.

Welche alternativen Heilmethoden helfen bei einer Speiseröhrenentzündung?

Bei einer unkomplizierten und milden Entzündung können manche Betroffene von alternativen Heilmethoden profitieren. Dabei ist die Wirkung der alternativen Behandlungsansätze sehr wenig wissenschaftlich untersucht und deshalb nicht nachgewiesen. Im Zweifel, sollte also immer erst ein Arzt aufgesucht werden. Im Folgenden stellen wir verschieden alternative Ansätze zur Behandlung von Speiseröhrenentzündung vor.

Klassische Homöopathie

Bei akuten Beschwerden bringt eine stündliche Einnahme von fünf Globuli der passenden Substanz (höchstens sechsmal am Tag) eine Besserung. Danach genügen fünf Globuli dreimal täglich. Bei chronischen Beschwerden werden fünf Globuli ein bis dreimal täglich empfohlen.

Capsicum annuum D12 Anwendung bei häufigem Aufstoßen, Sodbrennen, schlechtem Mundgeruch und Magenschmerzen
Pulsatilla pratensis D12 Anwendung bei Sodbrennen vor allem nach süßen oder üppigen Mahlzeiten mit lautem Aufstoßen
Robinia pseudoacacia D6 Anwendung bei saurem Aufstoßen und Erbrechen mit Magenschmerzen

Schüßler-Salze

In akuten Fällen können im Abstand von fünf bis fünfzehn Minuten je eine Tablette eingenommen werden, bis sich das Wohlbefinden gebessert hat. Bei chronischen Beschwerden können täglich drei bis sechs Tabletten des passenden Salzes gelutscht werden.

Nr. 3 – Ferrum phosphoricum

 

Anwendung bei entzündlichen Prozessen im Körper
Nr. 4 – Kalium chloratum Anwendung bei Entzündungen
Nr. 9 – Natrium phosphoricum

 

Anwendung bei Sodbrennen, besonders bei chronischer Übersäuerung

Mögliche Wechselwirkungen der Globuli oder Schüßler-Salze mit anderen Medikamenten sollten in jedem Fall mit einem Arzt abgeklärt werden.

Naturheilkunde

Bei Sodbrennen kann Bittere Schleifenblume (Bauernsenf), das in der Fertigarznei Iberogast enthalten ist, Linderung verschaffen. Es hemmt die Säureproduktion im Magen und fördert die Bewegungen im Magen-Darm-Trakt. Beruhigend wirkt ebenfalls eine Teemischung aus Kalmuswurzel, Schafgarbe und Pfefferminze. Auch Heilerde in Wasser verrührt oder in Kapselform eingenommen, kann durch ihre giftstoffbindende und säureneutralisierende Eigenschaft die Beschwerden bessern. Bei Geschwüren können täglich ½ l Weißkohlsaft oder 50–100 ml Kartoffelsaft über mehrere Wochen eingenommen werden. Sanddornbeeren und Heidelbeersaft können die Heilung der Schleimhautschäden fördern.

Traditionelle Chinesische Medizin

Magen-Darm-Erkrankungen gelten in der traditionellen chinesischen Medizin als Störungen der so genannten Vitalkraft der Milz, häufig auch mit Störungen der Vitalkraft des Magens und der Leber vergesellschaftend. Mittels Akupunktur können diese Störungen aufgehoben werden. Die Nadeln normalisieren die Bewegungen des Magens und des Darms ohne Nebenwirkungen von Arzneimitteln in Kauf nehmen zu müssen. Studien haben gezeigt, dass Akupunktur bei chronischem Sodbrennen ähnlich wirksam sein kann, wie eine Behandlung mit Medikamenten. Begleitend dazu wird empfohlen, kalte Speisen und Getränke zu meiden und Gekochtes und warme Getränke zu bevorzugen.

Wie kann eine Speiseröhrenentzündung vorgebeugt werden?

Die häufigste Form der Speiseröhrenentzündung entsteht durch einen ungesunden Lebensstil und schlechte Ernährungsgewohnheiten. Daher wird empfohlen mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu sich zu nehmen, die kohlenhydrat-, fettarm und eiweißreich sind. Wichtig ist auch auf ein ausgiebiges Kauen der Nahrung zu achten. Auf scharfe und sehr saure Nahrungsmittel, Alkohol, Koffein, Tabak, zu kalte oder zu heiße Speisen und Getränke sollte weitestgehend verzichtet werden. Ebenfalls zeigt eine Reduzierung von Stress positive Auswirkungen auf die Verdauung. Benötigst Du Unterstützung bei der Suche nach einer für Dich langfristig verträglichen Ernährungsweise? Unsere zertifizierten Ernährungsberater stehen Dir gerne zur Verfügung. Die Kosten der Beratungssitzung werden Dir von deiner Krankenkasse erstattet. Vereinbare hier noch heute ein kostenloses Erstgespräch.

Quellen

F. W. Dittmar, E.-G. Loch, M. Wiesenauer: Naturheilverfahren in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe Möglichkeiten und Grenzen, 3. Auflage, 2003, Georg Thieme Verlag, S. 207

Feichtinger, S. Niedan-Feichtinger, N. Fuchs: Schüßler-Salze und Nährstoffe – Die zeitgemäße Kombination für die Praxis, 2013, Georg Thieme Verlag, S. 93, 78-83

Greten, T. Greten, F. Rinninger: Innere Medizin, 13. Ausgabe, 2010, Georg Thieme Verlag, S.697ff, Link: https://www.thieme.de/shop/Innere-Medizin/Greten-Greten-Rinninger-Amling-Andrassy-Innere-Medizin-9783131621832/p/000000000117784413

Messmann: Klinische Gastroenterologie: Das Buch für Fort- und Weiterbildung plus DVD mit über 1.000 Befunden, 2011, Georg Thieme Verlag, S.186-188ff. Link: https://www.thieme.de/shop/Gastroenterologie/Messmann-Klinische-Gastroenterologie-9783131472519/p/000000000263220101

Bäumler: Heilpflanzen Praxis heute, Rezepturen und Anwendung, 2. Auflage, 2013, Elsevier Urban & Fischer, S.82ff

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

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