Schüßler Salz Nr. 3 – Ferrum Phosphoricum

 In Schüssler Salze

Schüßler Salz Nr. 3 Ferrum Phosphoricum gilt als das Notfall- und Erste-Hilfe-Mittel der Schüßler Salze und kann vielseitig eingesetzt werden. Egal ob Fieber, Schmerzen oder eine sich anbahnende Erkältung, Eisenphosphat verspricht schnelle Hilfe. Doch was kann das Schüßler Salz aus medizinischer Sicht tatsächlich bewirken?

Was sind Schüßler Salze?

Schon im 19. Jahrhundert betrieb Wilhelm Heinrich Schüßler Ursachenforschung verschiedener Erkrankungen und machte dabei eine Entdeckung. Krankheiten beruhten seinen Erkenntnissen zufolge auch auf gestörten Mineralstoffhaushalten menschlicher Körperzellen. Schüßler entschlüsselte insgesamt 12 im Körper vorkommende Salze und bezeichnet sie als Funktionsmittel. Heute kennen wir mittlerweile 27 Schüßler Salze, da Anhänger seiner Therapie Schüßlers Empfehlungen später noch um die sogenannten Ergänzungsmittel erweiterten.

So simpel wie das Problem der Beschwerden, erschien Schüßler auch dessen Lösung. Dafür fand er heraus, an welchen Salzen es dem Körper mangelte. Dann verabreichte er genau diese Salze, um wieder eine Balance herzustellen. Und auch noch heute ist die Alternativmedizin von diesem Konzept überzeugt, wenngleich ein tatsächlicher pharmakologischer Nutzen wissenschaftlich nie nachgewiesen werden konnte. Aus schulmedizinischer Sicht sind Schüßler Salze daher weiterhin umstritten. Zur Wirksamkeit der Salze gibt es bislang noch keine aussagekräftigen Studien, sondern lediglich individuelle Erfahrungsberichte.

Was verbirgt sich hinter dem Prinzip der Potenzierung?

Wie viele andere Präparate der Alternativmedizin auch, werden die Inhaltsstoffe der Schüßler Salze stark verdünnt, um ihre Wirkung im Körper entfalten zu können. Nur so, glaubte Schüßler, könnten die Salze problemlos über die Mundschleimhaut ins Blut gelangen und von dort wiederum in die leeren Speicher der Körperzellen diffundieren. Nach dem Prinzip der Verdünnung (Potenzierung) werden die Salze deshalb in Dezimalschritten mit Milchzucker vermischt. Daher besitzt jedes Schüßler Salz neben seiner Nummer auch eine D-Angabe, die über den Grad der Potenzierung Auskunft gibt. D1 ist demzufolge der erste Verdünnungsschritt, für den ein Teil Salz mit neun Teilen Milchzucker verdünnt wird. Aus einem Teil der D1-Verdünnung und weiteren 9 Teilen Milchzucker wird wiederum die D2 Potenzierung gewonnen und so weiter. Salz Nr. 3 wird in der D12 Potenzierung verkauft.


Wie wird Ferrum Phosphoricum angewendet?

Wie alle Schüßler Salze wird Ferrum Phosphoricum sowohl als Tablette als auch als Pulver zum Einnehmen angeboten. Für Erwachsene gelten dabei die folgenden Empfehlungen:

  • maximal 6-mal täglich Einnahme des Pulvers
  • oder 1 bis 3 Tabletten

Ebenfalls erhältlich sind Cremes oder Salben zur äußerlichen Anwendung des Salzes bei

  • Schürf- und Schnittwunden
  • Insektenstichen
  • Verstauchungen
  • Leichten Verbrennungen, zum Beispiel auch bei Sonnenbrand
  • sowie bei Entzündlichen Hautausschlägen (Ekzemen)

Wozu braucht der Körper Ferrum Phosphoricum?

Eisen (lateinisch: Ferrum) ist eines der wichtigsten, sogenannten essentiellen Spurenelemente des menschlichen Körpers. Wir benötigen Eisen unter anderem für den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin, Abkürzung Hb), welcher den Hauptbestandteil unserer roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ausmacht. Erythrozyten erfüllen eine wichtige Transportfunktion für den Austausch von Atemgasen im Blut. Sauerstoff, den wir über die Lunge aufgenommen haben, bindet im Blut nämlich an die Erythrozyten und wird von ihnen zu allen Körperzellen gebracht. Dort wird der Sauerstoff zur Energiegewinnung in den Zellen dringend benötigt.

Gleiches gilt auch für unsere Muskeln, deren Myoglobin (das Hämoglobin des Muskels) ebenfalls Eisen benötigt, um die Muskulatur mit Sauerstoff zu versorgen.

Eine weitere wichtige Funktion hat Eisen außerdem bei der Bereitstellung von Energie für die körpereigenen Abwehrkräfte unseres Immunsystems.

Wie viel Eisen sollte ich zu mir nehmen?

Der tägliche Bedarf an Eisen unterscheidet sich unter anderem je nach Geschlecht. Für Männer empfiehlt die Deutsche Gesellschaft Ernährung eine Aufnahme von 10 bis 12 Milligramm Eisen am Tag. Frauen vor der Menopause sollten aufgrund des monatlichen Blutverlustes während der Menstruation generell mehr Eisen über die Nahrung zu sich nehmen. Empfohlen werden hierbei etwa 15 Milligramm pro Tag.

Was geschieht bei einem Eisenmangel?

Eisenmangel ist mit achtzig Prozent die häufigste Ursache für Blutarmut (Anämie) und die verbreitetste Mangelerkrankung des Menschen. Wenn es an Eisen fehlt, kann nicht genug Hämoglobin produziert werden. Der Sauerstofftransport des Körpers ist dadurch beeinträchtigt und wir fühlen uns infolge müde und schlapp. Blasse Haut, Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind typische Symptome einer Anämie. Sie kann beispielsweise durch mangelhafte Eisenaufnahme bei einseitiger Ernährung entstehen. Auch der Blutverlust bei starken Regelblutungen oder aber langandauernde Entzündungszustände im Körper begünstigen ebenfalls die Entstehung eines Eisenmangels. Bei Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Glutenunverträglichkeit (Zöliakie, Sprue) sollte der Eisenwert ebenfalls im Auge behalten werden. Auch hier kann eine Blutuntersuchung Aufschluss über einen Mangel und dessen Behandlungsmöglichkeiten geben.

Eisenmangel während der Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben einen erhöhten Eisenbedarf von etwa 30 Milligramm pro Tag. Dadurch sind sie  anfälliger für Mangelzustände. Häufig reicht die Ernährung allein nicht aus, um die Eisenspeicher während dieser Phase zu füllen, weshalb Ärzte empfehlen, Eisenpräparate einzunehmen. Schüßler Salz Nr. 3 kann auch in der Schwangerschaft unterstützend und vorbeugend eingenommen werden. Bei einer bereits bekannten Eisenmangelanämie reicht das Schüßler Salz zur alleinigen Eisensubstitution jedoch nicht aus.

Auch während der Stillzeit steigt der Eisenbedarf auf circa 20 Milligramm pro Tag und kann durch die Einnahme von Ferrum Phosphoricum unterstützt werden.

Merkmale eines Eisenmangels anhand von Gesichtsmerkmalen

Mit der Antlitzanalyse entwickelten Wilhelm Schüßler und Kurt Hickethier ein neues Konzept der Diagnostik, das auch noch heute in der Alternativmedizin Gebrauch findet. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht dabei das Aussehen des Patienten, da bestimmte Gesichtsmerkmale auf Mangelzustände der Mineralstoffe im Körper Rückschlüsse zulassen sollen. Bei einem Mangel an Eisenphosphat zeigen sich

  • Bläulich-schwarze Verfärbungen rund um Nasenwurzel und inneren Augenwinkel, oder der Lider
  • Eingefallene Augenpartie
  • Fleckig rote, warme bis heiße Gesichtshaut, insbesondere an Wangen, Ohren und der Stirn
  • Augenringe, Augenschatten
  • Weiße, trockene Lippen
  • Eingerissene Mundwinkel
  • Blasses Zahnfleisch

Hinweise auf Eisenmangel in der Persönlichkeitsstruktur

Ebenso wie die Gesichtshaut sollen auch bestimmte Charaktereigenschaften auf einen erhöhten Eisenverbrauch hinweisen. Darunter fallen laut der Alternativmedizinern

  • Rasche Erschöpfbarkeit, Müdigkeit, Schwäche und Antrieblosigkeit
  • Nervosität, Ruhelosigkeit
  • Schlechte Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisschwäche (vor allem des Namensgedächtnisses)
  • Stimmungsschwankungen, leichte Erregbarkeit, Ängstlichkeit, Sorgen, Depressionen
  • außerdem auch Überforderung bis zu Burn-out

Ferrum Phosphoricum bei Schmerzen

Schüßler Salz Nr. 3 gilt als Erste-Hilfe-Mittel bei allen plötzlichen Beschwerden. Besonders für Kinder eignet es sich bei harmlosen Verletzungen. Patienten sollen beispielsweise von Ferrum Phosphoricum profitieren bei

  • Schürf- oder Schnittwunden
  • Leichten Verbrennungen
  • Zahn-, Ohren- oder Kopfschmerzen
  • sowie bei Muskelkater

Achtung

Im Ernstfall darf bei akuten Verletzungen und starken Blutungen keinesfalls mit Schüßler Salzen experimentiert werden. Vor allem Kinder, die sich selbst noch nicht zur Stärke ihrer Schmerzen äußern können, sollten bei unklaren Beschwerden unbedingt einem Arzt vorgestellt werden!

Schüßler Salz Nr. 3 bei Entzündungen

Im Entzündungszustand kann Eisenphosphat das Immunsystem unterstützen oder Infektionen vorbeugen. Bei sich ankündigen Erkältungen kann Salz Nr. 3 außerdem prophylaktisch eingenommen werden. Ebenso bei

  • Abwehrschwäche
  • Leichtem Fieber (bis ca. 38,7 Grad)
  • Infektiösen Erkrankungen im Anfangsstadium (Mittelohr-, Augen-, Hals-, und Blasenentzündungen)
  • Erkältungen mit Husten, Schnupfen und Halsschmerzen

Beachte

Auch hier gilt: Steigt das Fieber stark an oder treten Atembeschwerden auf, reicht eine alleinige Behandlung mit Schüßler Salzen nicht länger aus. Es sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Ferrum Phosphoricum bei allgemeiner Schwäche und Müdigkeit

Beim Eisenmangel kann unterstützend zu herkömmlichen Eisenpräparaten Schüßler Salz Nr. 3 eingenommen werden. Es soll die körpereigenen Eisenspeicher leichter wieder auffüllen und dadurch erneuten Mangelzuständen vorbeugen. Profitieren sollen Patienten mit

  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Niedrigem Blutdruck
  • Durchblutungsstörungen mit kalten Händen und Füßen
  • Konzentrationsstörungen

Ferrum Phosphoricum für Kinder

Kinder können Schüßler Salze prinzipiell bedenkenlos in den vorgegebenen Mengen zu sich nehmen. Möglicherweise von Ferrum Phosphoricum profitieren können Kinder bei

  • Konzentrationsmangel
  • Kopfschmerzen, vor allem in der Schule
  • Begleitend zur Therapie bei ADHS
  • Müdigkeit, Lustlosigkeit und Motivationsmangel
  • Insektenstichen
  • sowie bei fiebrigen Erkältungen

Kann Ferrum Phosphoricum mit anderen Schüßler Salzen kombiniert werden?

Ja, auch das ist möglich und oft auch sinnvoll. Eine beliebte Kombination ist dabei die sogenannte Immun-Kur nach Schüßler. Zur Vorbeugung von Erkältungen soll Ferrum Phosphoricum beispielsweise mit Kalium Sulfuricum und Magnesium Phosphoricum kombiniert werden. Die Einnahme zur optimalen Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte geschieht dabei folgendermaßen:

Hat Schüßler Salz Nr. 3 Nebenwirkungen?

Bislang sind keine Nebenwirkungen von Ferrum Phosphoricum bekannt. Jedoch können Unverträglichkeiten gegen Milchzucker (Laktose), die Trägersubstanz der Schüßler Salze, auftreten. Bei Laktose-Intoleranz sollten Patienten daher auf Präparate zurückgreifen, die ohne Milchzucker auskommen und stattdessen Kartoffelstärke enthalten.

Quellen

Heepen, G. H. (2004). Schüssler-Salze: 12 Mineralstoffe für die Gesundheit. GU. Online: https://www.editions-narayana.fr/homeopathy/pdf/Schuessler-Salze-12-Mineralstoffe-fuer-die-Gesundheit-Guenther-H-Heepen.04730_3Inhalt_Kalium_Sulfuricum.pdf

AWMF Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. – S1-Leitlinie 025-021: Eisenmangelanämie – Online abgerufen am 24.06.18 unter https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/025-021l_S1Eisenmangelanaemie_2016-01.pdf

PeñaRosas, J. P., DeRegil, L. M., GarciaCasal, M. N., & Dowswell, T. (2015). Daily oral iron supplementation during pregnancy. The Cochrane Library. Online abgerufen am 24.06.18 unter http://cochranelibrary-wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD004736.pub5/full

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

PS: "Du willst deine Verdauungsbeschwerden langfristig verbessern? Anstatt unseriöser Tests und überflüssiger Ergänzungsmittel sollte die Behandlung der Ursache das erste Ziel sein. Dazu haben wir ein einzigartiges Therapieangebot (hier mehr Infos) entwickelt.

Blähbauch? Krämpfe? Stuhlunregelmäßigkeiten?

Unser ärztlicher Leiter André Sommer erklärt, durch welche Lebensmittel Symptome verstärkt werden und wie die Ursache der Beschwerden behoben werden kann.

Jetzt informieren

Leave a Comment