Ozontherapie

 In Alternativmedizin

Am geläufigsten ist uns das Molekül Ozon aus der Ozonschicht in der Atmosphäre. Hier dient es als Schutzschicht: Diese Schicht filtert die Ultraviolettstrahlung und schützt uns somit vor Strahlenschäden. In der Ozontherapie wird das aus drei Sauerstoffatomen bestehende Molekül therapeutisch genutzt. Auch wenn es einige Studien gibt, die einen Therapieeffekt nachweisen, ist das Verfahren in medizinischen Kreisen umstritten. Denn unter falscher Anwendung, kann es auch zu Gesundheitsschäden führen.

Wie funktioniert die Ozontherapie?

Für diese Therapie wird medizinisches Ozon verwendet. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus den Ozon- und Sauerstoffmolekülen. Die verwendete Gasmischung unterscheidet sich jedoch häufig in ihrer Konzentration.

Wie wirkt die Ozontherapie?

Die Ozontherapie aktiviert körpereigene  Antioxidantien und Radikalfänger. Diese sind wichtig um Zellschäden zu verhindern. Außerdem wird das Immunsystem stimuliert und die Durchblutung angeregt. Positive Effekte der Ozontherapie sind:

  • antibakterielle, antivirale und pilzabtötende Wirkung (eignet sich zur Wundreinigung und Desinfektion)
  • verbessert die Durchblutung bei Durchblutungsstörungen
  • verbesserte Sauerstoffbereitstellung
  • Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte
  • Aktivierung körpereigener Antioxidantien und Radikalfänger

Durch diese positiven Wirkungen auf unserem Körper ist die Ozontherapie vielseitig einsetzbar.


Wichtiger Hinweis

Bei der Ozontherapie handelt es sich um ein alternatives Therapieverfahren. Bisher liegen keine allgemein anerkannten wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit vor. Die Anwendung kann auch unbekannte Risiken bergen. Die Ozontherapie ersetzt keine leitliniengerechte Therapie der Grunderkrankung.

Bei welchen Erkrankungen wird die Ozontherapie eingesetzt?

Die Ozontherapie wird in ganz unterschiedlichen medizinischen Bereichen eingesetzt. Bekannt ist sie insbesondere in der Orthopädie zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen. Doch auch in der Neurologie, der Sportmedizin, der Inneren Medizin oder bei hormonellen Störungen (Endokrinologie) findet die Ozontherapie vermehrt Anwendung. Auch die Zahnmedizin macht sich die Eigenschaften des Ozons inzwischen zu Nutze. Durch die verbesserte Durchblutung kann die Therapie bei Durchblutungsstörungen (zum Beispiel periphere arterielle Verschlusskrankheit) eingesetzt werden. Weitere Anwendungsgebiete sind:

  • entzündliche Darmerkrankungen (Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn, Proktitis)
  • Fisteln
  • Verbrennungen
  • Pilzinfektion
  • infizierte oder schlecht heilende Wunden und Verletzungen
  • Stärkung des Immunsystems bei chronischen Entzündungen (Hepatitis B, Hepatitis C)
  • Arthrose
  • rheumatische Erkrankungen
  • chronische Muskelschmerzen
  • Erschöpfungszustände
  • Darmsanierung

Auf einen Blick: Wie wirkt Ozon und wie wird es eingesetzt?

Wirkung  Ozon therapeutischer Einsatz
verbesserte Sauerstoffabgabe in das Gewebe durch Aktivierung des Stoffwechsels der roten Blutkörperchen arterielle Durchblutungsstörungen:

  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • zerebrale Durchblutungsstörungen
Aktivierung des Immunsystems und gesteigerte Freisetzung von Botenstoffen (Interferone, Interleukine) unterstützende Therapie bei Krebserkrankungen

generelle Immunschwäche

Aktivierung körpereigener Antioxidantien und Radikalfänger entzündliche Prozesse:

  • Gelenkentzündungen (Arthritis)
  • Gefäßerkrankungen
  • Alterungsvorgänge
  • entzündliche Darmerkrankungen

Wie wird die Ozontherapie durchgeführt?

Heilpraktiker und Ärzte (Alternativmedizin) sowie bestimmte naturheilkundliche Zentren bieten die Ozontherapie an. Es gibt verschiedene gängige Verfahren:

  1. große Eigenblutbehandlung
  2. kleine Eigenblutbehandlung
  3. rektale Ozon-Insufflation

In der Regel wird dem Patienten 50 bis 100 Milliliter Blut entnommen und dieses mit dem Ozon angereichert. Das Gemisch wird dann als Infusion verabreicht. Dies nennt man große Eigenblutbehandlung. Zur Aktivierung der körpereigenen Immunabwehr kommt die kleine Eigenblutbehandlung zum Einsatz. Dabei werden kleinere Blutmengen entnommen, mit Ozon angereichert und in den Muskel gespritzt. Bei infizierten Wunden kann durch einen Beutel oder einer Kunststoffglocke das Ozon appliziert (verabreicht) werden (Beutelbegasung). Bei Darmerkrankungen und anderen Systemerkrankungen verwendet man die rektale Ozon-Verabreichung. Hierbei wird das Ozon-Sauerstoff-Gemisch über einen Beutel durch den After gegeben (rektale Ozon-Insufflation). Diese Methode ist schmerzfrei und schnell durchzuführen.

Treten bei der Ozontherapie Nebenwirkungen auf?

Mögliche Nebenwirkungen der Ozontherapie sind:

  • schmerzhafte Injektionsstelle bei der Spritzenbehandlung
  • Hämatom (blauer Fleck)
  • Spritzenabszess (sehr selten)

Wann darf die Ozontherapie nicht angewendet werden?

Es gibt auch Erkrankungen, bei denen eine Ozon-Therapie nicht durchgeführt werden sollte. Dies hängt jedoch häufig auch von der Art der angewendeten Methode ab. Die Infusionsbehandlung ist bei manchen Erkrankungen des Herzens oder nach einer Lungenembolie nicht erlaubt. Bei Gerinnungsstörungen oder bei der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten ist die Eigenbluttherapie nicht geeignet. Weiterhin sind Behandlungen von einem Bestrahlungsgebiet (Tumorbehandlung) untersagt. Patienten mit unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion sollten ebenfalls auf die Ozontherapie verzichten. Da bisher keine allergischen Reaktionen beobachtet wurden, ist eine Allergie keine Kontraindikation.

Was kostet die Ozontherapie?

Die Ozontherapie ist eine Selbstzahlerleistung. Je nachdem, welche der drei Methoden verwendet wird, unterscheiden sich die Kosten. Das liegt vor allem an den Kosten des verwendeten Materials. In Anlehnung an das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker sind durchschnittliche Honorarbeträge genannt. Diese können jedoch stark variieren.

  • kleine Eigenblutbehandlung: 10,30 bis 13,00 Euro
  • große Eigenblutbehandlung: 26,00 bis 51,50 Euro
  • Beutelbegasung: 10,30 bis 36,00 Euro

Wie oft wird die Ozontherapie durchgeführt?

Die Dauer der Therapie mit Ozon ist nicht reguliert. Je nach Arzt beziehungsweise Heilpraktiker kann sich das Behandlungsschema unterscheiden. Üblich ist ein Behandlungszyklus der acht bis zwölf Behandlungen umfasst. In der Regel sollte zwischen den einzelnen Behandlungen eine ein- bis dreiwöchige Pause liegen. Je nach Erkrankung ist eine langfristige Behandlung notwendig. Hierzu zählen insbesondere chronischen Erkrankungen wie rheumatische Erkrankungen, Lebererkrankungen und Diabetes Mellitus. In diesem Fall werden die Einzelbehandlungen mit größerem Abstand durchgeführt.

Gut zu wissen:

Ozon ist ein Molekül, das aus drei Sauerstoffmolekülen besteht. In der Alternativmedizin wird es zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt. Durch zunehmende Antibiotikaresistenzen sehen die Befürworter eine große Chance des Verfahrens in der modernen Therapie. Ozon ist jedoch kein Wundermittel. Es sollte mit anderen Therapien kombiniert werden.

Quellen

Beck, E. G., Wasser, G., & Viebahn-Hänsler, R. (1998). Der aktuelle Stand der Ozontherapie–Empirie und Grundlagenforschung. Complementary Medicine Research, 5(2), 61-75. Online abgerufen am 22.11.2018 unter: https://www.karger.com/Article/Abstract/21078

Re, L., Mawsouf, M. N., Menéndez, S., León, O. S., Sánchez, G. M., & Hernández, F. (2008). Ozone therapy: clinical and basic evidence of its therapeutic potential. Archives of medical research, 39(1), 17-26. Online abgerufen am 22.11.2018 unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18067991

Gutzen, U., Viebahn-Hänsler, R. (2010). Ozon-Sauerstoff-Therapie Informationen für den Patienten. Ärztliche Gesellschaft für Ozon-Anwendung in Prävention und Therapie e.V. Online abgerufen am 19.10.2018 unter: http://www.ozone-association.com/info%20deu.pdf

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

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