Entgiftungskur

 In Alternativmedizin

Entgiftungskuren sollen dem Körper helfen, sich von Schadstoffen wie Schwermetallen und Umweltgiften sowie „Stoffwechselabfällen“ (auch Schlacken genannt) zu befreien. Während der Kur wird eine vorgegebene Ernährung eingehalten, die sich je nach Art der Kur unterscheidet. Eine Entgiftungskur soll zu einem besseren, vitaleren Lebensgefühl führen, Verdauungsbeschwerden lindern, das Abnehmen erleichtern und bei Stress, chronischen Erkrankungen wie Allergien, Rheuma und hormonellen Störungen helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Entgiftungs- oder Detoxkuren werden damit beworben, dass sie den Körper bei der Ausscheidung von Schadstoffen unterstützen. Für diese Wirkung gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
  • Bei einer Entgiftungskur wird für einen begrenzten Zeitraum auf verarbeitete Nahrungsmittel verzichtet. Teilweise wird auch keine Nahrung aufgenommen. Die Mahlzeiten werden durch Säfte, Brühen oder Smoothies ersetzt.
  • Entgiftungskuren dürfen beliebig erstellt und beworben werden. Es gibt keine Standards, die eingehalten werden müssen.
  • Die Kuren können einen Einstieg in eine bewusste und ausgewogene Ernährung bieten. Zudem kann ein Gewichtsverlust erzielt werden, der zu einer weiteren Gewichtsabnahme motivieren kann.
  • Schwangere, Personen mit Untergewicht und Betroffene mit schweren chronischen Erkrankungen sollten keine radikalen Ernährungsumstellungen mit Einschränkung der Kalorienaufnahme ohne eine Ernährungs- oder ärztliche Beratung durchführen.

Warum eine Entgiftungskur?

Die körpereigene Entgiftung geschieht über die Niere, Leber, Lunge, Darm und Haut. Dieses System ist sehr leistungsfähig und Giftstoffe werden bei normaler Organfunktion ausreichend ausgeschieden.

Entgiftungskuren gehen von der Annahme aus, dass der Körper Unterstützung zur Ausscheidung von Giftstoffen braucht. Gründe dafür sollen eine erhöhte Aufnahme oder eine Blockade im Abbau oder der Ausscheidung von Schadstoffen sein, wobei diese „Blockade“ eher diffus und ohne genauen Angabe des Grundes beschrieben wird. Auch um welche Giftstoffe es sich genau handelt, bleibt vage. Medizinisch gesehen sind keine Entgiftungskuren notwendig, um den Körper von Schadstoffen zu befreien. Der Körper regelt dieses von allein; bei Organversagen von Niere, Leber oder anderen Organen ist medizinische Hilfe notwendig.


Wie funktioniert eine Entgiftungskur?

Während einer Entgiftungskur werden Flüssigkeiten und naturbelassene Lebensmittel in kleineren Mengen aufgenommen. Durch die Entlastung des Verdauungstrakts hat der Körper mehr Energie für die Entgiftung von Schadstoffen und Stoffwechselendprodukten. Zudem werden einzelnen Lebensmitteln wie der Chlorella-Alge oder Zitronensäure entgiftende Eigenschaften zugeschrieben. Diese sollen dem Körper Giftstoffe entziehen.

Welche Entgiftungskuren gibt es?

Im Internet auf diversen Ernährungsblogs und Gesundheitsportalen, in Fitness- und Ernährungsratgebern und in sozialen Netzwerken werden verschiedene Entgiftungskuren beworben. Die Entgiftungskuren müssen keinen gemeinsamen Standards genügen; letztlich kann jeder ein eigenes Entgiftungsprogramm entwerfen und vermarkten. Das begründet auch, warum es so viele unterschiedliche Kuren gibt.

Tipp!

Während einer Entgiftungskur verzichtest Du auf Kaffee, schwarzen Tee, Nikotin und Alkohol.

Populäre Entgiftungskuren:

  • Detoxdiätpläne: Über mehrere Tage werden nur vollwertige, unverarbeitete Nahrungsmittel vorzugsweise roh verzehrt; nach 19 Uhr abends wird keine feste Nahrung mehr aufgenommen
  • Saftfasten: Verschiedene Anbieter bieten Saftkuren an. Sie liefern täglich frische, meistens kalt gepresste Säfte, nach Hause. Über den Tag trinkt man die Säfte und stilles Wasser. Auf feste Nahrung wird für die Dauer der Saftkur verzichtet. Natürlich können die Säfte auch selber hergestellt werden.
  • Smoothie-Entgiftungskuren: Eine oder mehrere Mahlzeiten täglich werden durch einen frischen Smoothie ersetzt. Der Smoothie besteht aus Obst und meistens auch aus Gemüse, etwa als grüner Smoothie mit Spinat.
  • „Daily Detoxing“: Hierbei werden in den Alltag Lebensmittel integriert, die dem Körper die Entgiftung erleichtern sollen. Die übrige Ernährung bleibt dabei unangetastet.
  • Entgiftung mit Kombucha: Kombucha ist ein Getränk, das durch Fermentierung von gesüßtem Tee mittels eines Kombuchapilzes hergestellt wird. Die enthaltenen Bakterien, Säuren und B-Vitamine sollen ebenfalls die Entgiftung unterstützen. Es wird zudem eine leberentlastende Wirkung nachgesagt.

Wusstest Du schon?

In den Medien werden Entgiftungskuren auch als „Detox Diät“ oder „Detoxing“ bezeichnet. Diese Bezeichnungen stehen auch für Entgiftungskuren und werden genutzt, um die jeweiligen Ernährungspläne interessanter und wirkungsvoller klingen zu lassen.

Wozu ist eine Entgiftungskur sinnvoll?

Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Belege darüber, dass Entgiftungskuren einen gesundheitlichen Vorteil gegenüber einer gesunden, ausgewogenen Ernährung bieten. Es ist nicht möglich, chronische Erkrankungen durch Entgiftungskuren zu beeinflussen. Ebenso kann die Leber mit einer Saftfasten- oder Kombuchakur nicht entlastet werden.

Dennoch kann sich eine Entgiftungskur positiv auf das Wohlbefinden auswirken:

  • Der Verzicht auf Kaffee, Alkohol, Nikotin und schwarzen Tee kann helfen, innere Anspannung und Stress zu reduzieren. Außerdem wird der Einstieg in ein nikotin- und alkoholfreies Leben erleichtert.
  • Die bewusste Auslassen von stark verarbeiteten Nahrungsmitteln führt zu einem aufmerksameren Essverhalten. Viele Menschen bemerken so, wie viele Kleinigkeiten sie zwischendurch zu sich nehmen, ohne dies zu registrieren. Mit diesem Bewusstsein fällt es leichter, auch einmal auf etwas zu verzichten. Das ist eine hilfreiche Voraussetzung, um nachhaltig Gewicht zu verlieren und sich bewusster zu ernähren.
  • Saft- oder Smoothiekuren bieten ebenfalls einen guten Einstieg in eine Diät mit dem Ziel eines Gewichtsverlusts, wenn nach Ende des Fastens weiterhin ausgewogen und nicht übermäßig gegessen wird.
  • Eine gesunde, ausgewogene Nahrungsmittelwahl führt oftmals nach einigen Tagen zu einem insgesamt gesteigerten Wohlbefinden mit einer Reduktion von Müdigkeit und Völlegefühl.

Tipp!

Wenn du unter starken Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl, Sodbrennen und Verstopfung leidest, kann es hilfreich sein, für einige Tage auf schwer verdauliche und stark verarbeitete Lebensmittel zu verzichten. Ein vollkommener Verzicht auf feste Nahrung ist dafür aber nicht notwendig. Wir sind auf Verdauungsgesundheit spezialisiert und von Krankenkassen unterstützt. Buche dir hier ein kostenloses Erstgespräch.

Wie kann eine Entgiftungskur zu Hause durchgeführt werden?

Eine Entgiftungskur kann problemlos zu Hause durchgeführt werden. Dafür brauchst du nur einen Ernährungsplan, der dir bei der Durchführung hilft. Besonders bequem ist es, eine Saftkur über einen Anbieter zu bestellen. So werden die Säfte inklusive Anleitung jeden Morgen frisch nach Hause geliefert. Allerdings kostet dieser Service relativ viel Geld. Deshalb lohnt es sich auch die entsprechenden Säfte oder Nahrungsmittel selbst zu besorgen und herzustellen.

Vorteile:

Eine Entgiftungskur kann dir helfen, deine Ernährung langfristig umzustellen. Wenn du dabei zusätzliche Hilfe benötigst, kannst du dich hier für unser ernährungsmedizinisches Therapieprogramm anmelden. Unsere Ernährungsberaterinnen helfen dir gerne weiter!

Die Vorbereitung

Nimm am Tag vor Beginn der Kur werden nur kleinere und leicht verdauliche Mahlzeiten ein. Dazu zählen Gemüsesuppen und Getreidebreie. Wenn bei der Kur auf feste Nahrung verzichtet wird, solltest du sie für den Anfang nur über drei Tage durchführen. Je mehr Speisen jedoch in der jeweiligen Entgiftungskur erlaubt sind, desto länger kannst du diese Pläne einhalten.

Die Nachbereitung

Nimm am ersten Tag nach einer Saft- oder Smoothiekur erneut nur kleinere, leichte Mahlzeiten ein. So wird ein einfacher Übergang in die übliche Ernährung geschaffen.

Wer sollte keine Entgiftungskuren durchführen?

Schwangere, Personen im Untergewicht, Immungeschwächten oder Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen sollten keine Kuren, bei denen auf feste Nahrung verzichtet wird, oder bei denen insgesamt sehr wenige Kalorien aufgenommen werden, durchführen. Wenn Zweifel bestehen, ob eine bestimmte Ernährungsform geeignet ist oder nicht, kann unser Service oder eine ärztliche Beratung mit Informationen weiterhelfen.

Welche Nahrungsmittel dürfen bei Entgiftungskuren verzehrt werden?

Die Anleitungen für Entgiftungskuren sind nicht einheitlich. Aber typischerweise wird auf Folgendes verzichtet:

  • Fleisch und Fleischprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Weißmehlprodukte
  • Verarbeitete Lebensmittel
  • Zucker
  • Glutenhaltige Lebensmittel
  • Salz

An ihrer Stelle werden frisches Obst und Gemüse, Vollwertprodukte, Nüsse und Samen und frische Kräuter verzehrt.

Tipp: Wenn du deine Ernährung umstellen möchtest, um mehr unverarbeitete Nahrungsmittel zu Dir zu nehmen und auf verarbeitete, gezuckerte Lebensmittel verzichten möchtest, kann Cara Care Hilfestellung bieten. Gemeinsam mit Ernährungsberatern erstellt du deinen individuellen Ernährungsberatern.

Quellen

Obert, J., Pearlman, M., Obert, L., & Chapin, S. (2017). Popular weight loss strategies: a review of four weight loss techniques. Current gastroenterology reports, 19(12), 61., online: https://link.springer.com/article/10.1007/s11894-017-0603-8, abgerufen am 27.10.2018

Klein, A. V., & Kiat, H. (2015). Detox diets for toxin elimination and weight management: a critical review of the evidence. Journal of human nutrition and dietetics, 28(6), 675-686., online: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jhn.12286, abgerufen am 27.10.2018

Andre Sommer

André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

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