Elotrans – Wirkung, Anwendungsgebiete und Dosierung

 In Allgemein, Medikamente

Elektrolyte sind für die Arbeit unserer Muskeln, den Herzschlag und die Weiterleitung von elektrischen Impulsen in den Nerven unerlässlich. Damit die beteiligten Zellen arbeiten können, muss ein konstantes Verhältnis zwischen Elektrolyten und Wasser vorliegen. Wenn dieses aus der Balance gerät, kann das Medikament Elotrans den Elektrolythaushalt wieder stabilisieren.

Entgleisungen des Elektrolythaushaltes sind auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Meist entstehen sie durch starkes Schwitzen, Durchfall oder Erbrechen. Der Körper verliert dabei viel Wasser und Elektrolyte. Dieser Vorgang heißt auch Dehydration.

Elektrolyte liegen im Körper in Wasser gelöst vor. In dieser Form werden sie dem Körper bei Dehydration auch wieder zugeführt. Für die bestmögliche medizinische Therapie werden Elektrolyte und Wasser in einem bestimmten Verhältnis zueinander eingenommen. Als Elektrolytlösung versorgt Elotrans den Körper mit genau dieser Menge und unterstützt die Wiederherstellung eines Gleichgewichtes.

Was ist Elotrans?

Bei Elotrans handelt es sich um ein rezeptfreies Medikament zur Stabilisierung des Elektrolythaushaltes bei starken Wasser- und Elektrolytverlusten. Dieses Prinzip wurde erstmals zur Therapie der Cholera, einer schweren bakteriellen Durchfallerkrankung, eingesetzt.


Die sogenannten Rehydration, das gezielte Zuführen von Wasser und Elektrolyten, wurde zunächst nur mittels Infusion durchgeführt. Starke infektiöse Durchfallerkrankung waren jedoch hauptsächlich in Entwicklungsländern mit unzureichender medizinischer Versorgung problematisch. Daher produzierten die Welt Gesundheits Organisation (WHO) und UNICEF in großen Mengen Rehydrationslösungen, die durch den Mund eingenommen werden können (Oral Rehydration Solution oder ORS). Dieses Prinzip setzte sich auch in anderen Ländern durch und die Pharmaindustrie entwickelte frei verkäufliche Produkte wie Elotrans.

Die Zusammensetzung von Elotrans ist so gewählt, dass die Wirkstoffe nicht gegen die Ursache der Erkrankung vorgehen. Sie lindern allerdings die Symptome, die in Folge eines Flüssigkeitsverlustes entstehen. Durch Durchfall kommt es häufig zu Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen und Schwächegefühl. Eine starke Dehydration des Körpers kann schlimmstenfalls mit schweren Kreislauf- und Bewusstseinsstörungen einhergehen.

Wie wirkt Elotrans?

Grundlegender Mechanismus der Wirkung von Elektrolyten im Körper ist ihre elektrische Leitfähigkeit. Häufig wird fälschlicherweise angenommen, dass vor allem reines Wasser elektrisch leitet. Allerdings handelt es sich dabei immer um die im Wasser gelösten Elektrolyte. Dieses Prinzip findet auch im Körper Anwendung. Die Funktion einer Zelle ist hauptsächlich von ihrer elektrischen Leitfähigkeit abhängig – also von den gelösten Elektrolyten in ihrem Inneren. Elotrans erhöht die Menge gelöster Elektrolyte im Körper und trägt somit zu der Funktion der Körperzellen bei.

Die Inhaltsstoffe in Elotrans orientieren sich an der von der WHO empfohlenen Wirkstoffmenge für die Rehydration. Als sogenannte Elektrolytlösung enthält es zahlreiche Elektrolyte, die bei starkem Wasserverlust aus dem Körper geschwemmt werden. Sie liegen in Pulverform vor und werden in Wasser gelöst eingenommen. Neben den Elektrolyten enthält Elotrans Zucker (Glucose), der die Aufnahme der Wirkstoffe im Darm erheblich verbessert.

Welche Wirkstoffe sind in Elotrans enthalten?

Folgende Wirkstoffe sind in Elotrans enthalten:

  • 700 mg Natriumchlorid: Natrium und Chlorid werden sowohl im Dünndarm als auch im Dickdarm über Ionenkanäle und Transportproteine aufgenommen. Natriumchlorid ist über natürliche körpereigene Prozesse für die Aufnahme und Verteilung von Wasser im Körper verantwortlich.
  • 300 mg Kaliumchlorid: Kalium wird bereits um Dünndarm durch die Darmwand aufgenommen und gelangt ins Blut. Von dort wird es in die Körperzellen transportiert. Der Großteil der Kaliummenge im Körper befindet sich in der Muskulatur. In Kombination mit Chlorid liegt das Elektrolyt in einer chemischen Verbindung (als Salz) vor und kann leicht in Wasser gelöst eingenommen werden.
  • 590 mg Natriumcitrat: Bei hohen Flüssigkeitsverlusten übersäuert der Körper und es entsteht eine sogenannte metabolische Azidose. Natriumcitrat wirkt neutralisierend (basisch) und stellt das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper wieder her.
  • 4000 mg Glucose: Glucose ist kein kein Elektrolyt, sondern ein Zucker. Es sorgt dafür, dass Elektrolyte besser im Dünndarm aufgenommen werden können. An Glucose gekoppelt gelangen sie über eine spezielles Transportprotein (Natrium/Glucose Cotransporter eins oder SGLT1) in das Blut.

Im Jahr 2002 hat die WHO neue Empfehlungen zur Wirkstoffmenge in Rehydrationslösungen herausgegeben. Die Inhaltsstoffe sind weiterhin gleich, allerdings wurde die empfohlene Menge für Glucose und Natrium reduziert. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die geringere Menge der Inhaltsstoffe nicht nur den Wasser- und Elektrolythaushalt wieder herstellt, sondern in einigen Fällen die Menge der Durchfälle reduzieren kann.

Elotrans orientiert sich noch an der alten Empfehlung. Damit ist es keinesfalls wirkungslos oder schädlich. Es führt allerdings nicht zu einer Reduzierung des weiteren Wasser- und Elektrolytverlustes, da es keinen Einfluss auf die ausgeschiedene Menge der Durchfälle hat.

Wofür wird Elotrans eingenommen?

Vom herstellenden Pharmaunternehmen ist Elotrans zum Auffüllen der Wasser und Elektrolytspeicher im Körper bei Durchfallerkrankungen zugelassen. In der Fachsprache ist bei Flüssigkeitsverlusten durch Durchfälle von einer isotonen Dehydration die Rede. Das Bedeutet, dass Wasser und Elektrolyte im Gleichen Verhältnis zueinander ausgeschwemmt werden. Meist werden sie durch Magen-Darm-Infekte ausgelöst, die nach einigen Tagen von alleine verschwinden.

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Auch starkes Erbrechen kann zu hohen Flüssigkeitsverlusten führen. Allerdings wirkt Elotrans nur, wenn es komplett durch den Magen in den Dünndarm gelangt. Bei vorzeitigem Erbrechen ist die Einnahme wirkungslos.

Starkes Schwitzen beim Sport führt dagegen zu einer hypertonen Dehydration. Es geht dabei mehr Wasser als Elektrolyte verloren. Die Einnahme von medizinischen Elektrolytlösungen ist meist nicht nötig. Einfache Sportgetränke sind in der Regel völlig ausreichend.

In vielen Erfahrungsberichten wird die Einnahme von Elektrolytlösungen nach exzessivem Alokoholkonsum empfohlen. Viele Symptome eines Katers (Alkoholintoxiktion) sind auf Dehydration zurückzuführen und ausreichendes Trinken nicht-alkoholischer Getränke führt bereits zu einer Besserung. Allerdings entstehen die unangenehmen Symptome eines Katers auch durch die Verstoffwechselung von Alkohol im Körper. Diese Nebenwirkungen können auch durch die beste Elektrolytlösung nicht vermieden werden.

In welcher Form ist Elotrans erhältlich?

In der Apotheke ist Elotrans frei verkäuflich als Pulver erhältlich. Die richtige Dosierung wird erleichtert, indem jeweils 6,03 Gramm des Pulvers in einzelnen Beuteln verpackt sind. Ein Packung Elotrans enthält zehn oder 20 Beutel. Die Kosten belaufen sich laut Hersteller auf 6,47 Euro für 10 Beutel und 10,92 Euro für 20 Beutel. Allerdings variiert der Preis von Apotheke zu Apotheke.

Elotrans ist nicht als Tabletten erhältlich. Die Menge Wasser, in der das Pulver gelöst wird, trägt ebenso zur optimalen Wirkung bei wie die enthaltenen Elektrolyte. Bei der Einnahme als Tablette, würde Elotrans nicht mehr vollständig wirken.

Wie wird Elotrans dosiert?

Die Dosierung von Elotrans richtet sich nach der Menge der verlorenen Flüssigkeit. Grundsätzlich sollten Säuglinge und Kleinkinder drei bis fünf Beutel innerhalb von 24 Stunden einnehmen. Für Kinder gilt: Ein Beutel nach jedem Stuhlgang und Erwachsene nehmen ein bis zwei Beutel nach jedem Stuhlgang ein. Diese Angaben orientieren sich an der durchschnittlich empfohlenen Flüssigkeitszufuhr für Kinder und Erwachsene pro Kilogramm Gewicht. Die Menge muss nicht individuell dem eigenen Gewicht angepasst werden.

Elotrans sollte, wenn nicht anders von einem Arzt verordnet, weniger als 36 Stunden am Stück eingenommen werden. Falls eine Rehydration über diesen Zeitraum hinaus erforderlich ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Für die Anwendung bei starken Durchfallerkrankungen wird empfohlen, vor und während der Einnahme von Elotrans nicht zu essen. Sobald die Durchfälle stoppen, kann nach Bedarf gegessen und getrunken werden. Durch schonende Kost, die wenig Zucker und Fett enthält, wird die Regeneration des gereizten Darmes unterstützt.

Wie wird Elotrans eingenommen?

Das hellbraune Pulver eines Beutels wird in 200 ml kaltem Wasser aufgelöst. Dabei ist es wichtig, die empfohlene Wassermenge einzuhalten, um eine optimale Wirkung zu erreichen.

Falls sich das Pulver nicht direkt auflöst, kann die Lösung umgerührt werden bis keine festen Bestandteile des Pulvers zu erkennen sind. Bei Übelkeit oder Erbrechen sollte die Lösung in einzelnen Schlucken getrunken werden.

Es wird empfohlen, die zubereitete Lösung nicht länger als eine Stunde bei Raumtemperatur stehen zu lassen. Im Kühlschrank kann das zubereitete Eletrolytgetränk bis zu 24 Stunden aufbewahrt werden.

Wie schnell und wie lange wirkt Elotrans?

Die Wirkstoffe in Elotrans werden hauptsächlich im Dünndarm vom Körper aufgenommen. Anschließend gelangen die einzelnen Bestandteile unterschiedlich schnell in den Stoffwechsel und entfalten ihre Wirkung. Die Dauer bis zum Wirkungseintritt ist daher davon abhängig, wie schnell die Lösung in den Darm gelangt, mit welcher Geschwindigkeit die Wirkstoffe im Darm aufgenommen werden, und in welcher Zeit sich die Elektrolyte im Körper verteilen.

Die genaue Zeit bis zum Wirkungseintritt und kann daher nicht bestimmt werden.

Auch die Dauer der Wirkung ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Bei anhaltenden starken Durchfällen oder Erbrechen gehen weiterhin große Mengen an Elektrolyten verloren. Die Dauer der Wirkung ist daher von der Menge der erneut ausgeschiedenen Elektrolyte in Relation zum Körpergewicht abhängig.

Wie schmeckt Elotrans?

Neben den Wirkstoffen erhält Elotrans einige Hilfsstoffe, darunter auch Aromen. Da die Elektrolyte einen sehr intensiven Geschmack besitzen, sollen Zitronen- und Tee-Aromen die Einnahme erleichtern. Der Geschmack erinnert an leicht salzigen Zitronen-Eistee.

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme Auftreten?

Als Mögliche Nebenwirkung können Übelkeit und Erbrechen auftreten. Allerdings gibt es keine Studien, aus denen hervorgeht, wie häufig es zu diesen unerwünschten Nebenwirkungen kommt.

Bei einer Überdosierung kann es zu erhöhten Werten der einzelnen Elektrolyte kommen. Allerdings gleicht ein gesunder Körper größere Elektrolytmengen aus, indem sie verstärkt ausgeschieden werden. Falls eine Erkrankung der Niere vorliegt, sollte bei einer Überdosierung ein Arzt aufgesucht werden.

Wer sollte kein Elotrans einnehmen?

Für Patienten mit einer Niereninsuffizienz ist Elotrans nicht geeignet. Bei einer Herzinsuffizienz oder einem erhöhten Blutdruck sollte die Behandlung nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Generell sollten bei Überempfindlichkeiten gegen die Wirkstoffe oder Erkrankungen, die eine reduzierte Aufnahme von Elektrolyten erfordern, Elotrans nicht eingenommen werden. Auch wenn Entgleisungen des Säure-Basen-Haushaltes vorliegen, ist die Einnahme von Elotrans nicht empfehlenswert.

Elotrans erhält Zucker. Daher sollten Menschen mit Unverträglichkeiten die Lösung nicht einnehmen. Der Zuckergehalt sollte auch von Diabetikern berücksichtigt werden. Ein Beutel entspricht circa 0,33 Broteinheiten (BE).

Grundsätzlich ist Elotrans für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder geeignet. Bei einer Schwangerschaft und während der Stillzeit sollte bei Erkrankungen mit hohen Flüssigkeitsverlusten generell ein Arzt aufgesucht werden. Mit diesem kann dann die individuelle Einnahmemenge besprochen werden.

Welche Alternativen gibt es zu Elotrans?

Neben Elotrans gibt es noch weitere Elektrolytlösungen, die frei verkäuflich in der Apotheke erhältlich sind. Sie unterscheiden sich minimal im Hinblick auf die Wirkstoffzusammensetzung. Allerdings richten sie sich ebenso wie Elotrans nicht nach den neuen Empfehlungen der WHO. Präparate wie Oralpädon sind in intensiveren Geschmacksrichtungen wie Erdbeere oder Apfel/Banane erhältlich. Vor allem Kinder nehmen diese Präparate besser an.

Im Einzelhandel gibt es zahlreiche Getränke zur Auswahl, die als isotone Getränke verkauft werden. Dabei handelt es sich um mit Elektrolyten und Zucker angereicherte Getränke, deren Teilchenkonzentration der des menschlichen Blutes entspricht. Ebenso wie Elotrans enthalten sie meist Elektrolyte und Zucker. Sie halten sich allerdings nicht an medizinische Mengenempfehlungen und sind meist als Sportgetränke erhältlich. Zur symptomatischen Behandlung von schweren Durchfallerkrankungen sind sie weniger geeignet als Elotrans.

Im Internet gibt es viele Anleitung, nach denen Elektrolytgetränke selbst hergestellt werden können. Leichte Flüssigkeitsverluste können so selbst therapiert werden. Bei besonders schweren Durchfällen wird allerdings von einer Selbstmedikation abgeraten.

Bei der großen Auswahl unterschiedlicher Getränke, Pulver, Tabletten und Gels sollte darauf geachtet werden, ob das Produkt für medizinische Zwecke zugelassen ist. Die meisten frei verkäuflichen Elektrolytlösung sind eher für leistungssteigernde Effekte beim Sport geeignet.

Quellen

Binder, H. J., Brown, I., Ramakrishna, B. S., & Young, G. P. (2014). Oral rehydration therapy in the second decade of the twenty-first century. Current gastroenterology reports, 16(3), 376.

Borsch, J. (2013). Oft ein Fall für die Selbstmedikation. Deutsche Apotheker Zeitung, 23/2013. Online abgerufen am 22.04.2019 unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2013/daz-23-2013/oft-ein-fall-fuer-die-selbstmedikation.

Welt Gesundheits Organisation (2002). New formula oral rehydration salts. WHO Drug Information Vol. 16, No. 2. Online abgerufen am 22.04.2019 unter: http://apps.who.int/medicinedocs/en/d/Js4950e/2.4.html#Js4950e.2.4.

Andre Sommer

Dr. med. André Sommer, Arzt und Autor bei reizdarm.one

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