Zwerchfellbruch (Hiatushernie) – Ursache, Symptome Behandlung

Der Zwerchfellbruch (Hiatushernie) ist ein Krankheitsbild, bei dem ein Teil des Magens durch das Zwerchfell in die Brusthöhle rutscht. Ein Zwerchfellbruch tritt häufig zusammen mit Sodbrennen und der gastroösophagealen Refluxkrankheit auf. Man geht davon aus, dass bei bis zu 40 Prozent der über 50-Jährigen eine Form des Zwerchfellbruches zu finden ist. Bei vielen dieser Patienten bleibt die Erkrankung allerdings ohne Symptome. Was ein Zwerchfellbruch ist, wie ein Zwerchfellbruch entsteht, wie man ihn erkennt und behandelt, wird im folgenden Text erklärt.

Was ist ein Zwerchfellbruch?

Bei einem Zwerchfellbruch, der von Medizinern als Hiatushernie bezeichnet wird, rutscht ein Teil des Magens durch das Zwerchfell. Er drückt sich durch die Öffnung für die Speiseröhre (Hiatus oesophageus) und gelangt so in die Brusthöhle. Meist ist nur der obere Teil des Magens von der Fehllage betroffen. Die größte Zahl der Hiatushernien tritt bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger von der Erkrankung betroffen als Männer. Als Risikofaktor für die Entstehung eines Zwerchfellbruchs wird vor allem das Übergewicht (Adipositas) angesehen.

Wie entsteht der Zwerchfellbruch?

Das Zwerchfell ist der wichtigste Muskel der Atemmuskulatur. Außerdem trennt es die Brusthöhle, in der sich die Lungen und das Herz befinden, von der Bauchhöhle, in der Organe wie Leber, Nieren und der Magen-Darm-Trakt liegen. Im Zwerchfell gibt es drei große Öffnungen, die jeweils als „Hiatus“ bezeichnet werden. Durch eine Öffnung zieht die große Hohlvene (Vena cava) in den Bauchraum, durch eine weitere die Hauptschlagader (Aorta). Durch die letzte Öffnung zieht die Speiseröhre (Ösophagus) zum Magen, der sich in der Bauchhöhle befindet.

Wenn sich der Druck in der Bauchhöhle erhöht, kann es dazu kommen, dass die Öffnung für den Durchtritt der Speiseröhre instabil wird. Auch die Bänder, welche die Speiseröhre an der Öffnung festhalten, können Schaden nehmen. Wenn die Stabilität der Zwerchfellöffnung abnimmt, kann ein Teil des Magens durch die Öffnung rutschen und in die Bauchhöhle gelangen. Dieses Phänomen wird dann als Zwerchfellbruch, oder Hiatushernie, bezeichnet.

Welche Arten von Hiatushernien gibt es?

Mediziner unterscheiden drei Formen der Zwerchfellbrüche:

  • axiale Gleithernie
  • paraösophageale Hernie
  • Mischformen

Zwerchfellbruch

Abb.1: Verschiedene Formen der Hiatushernie

Axiale Gleithernie

Die Axiale Gleithernie ist die häufigste Form der Hiatushernie. Bei etwa 80 Prozent aller Zwerchfellbrüche handelt es sich um eine Axiale Gleithernie. Bei dieser Form der Erkrankung rutscht ein Stück des Magens entlang der Speiseröhre in die Brusthöhle (axial) und stellt dort eine Art Verlängerung der Speiseröhre vor dem Durchtritt durch das Zwerchfell dar.

Paraösophageale Hernie

Die paraösophageale Hernie tritt seltener auf als die Axiale Gleithernie. Bei dieser Art des Zwerchfellbruchs tritt ebenfalls ein Teil des Magens durch das Zwerchfell in die Bauchhöhle durch. Allerdings bildet der durchgetretene Teil des Magens dann eine Art Sack, der neben der Speiseröhre auf dem Zwerchfell aufliegt. Die Speiseröhre führt direkt in den Teil des Magens, der nicht durch das Zwerchfell hervorgetreten ist („paraösophageal“ bedeutet „neben der Speiseröhre“).

Mischformen

Alle weiteren Formen der Hiatushernie werden als sogenannte „Mischformen“ bezeichnet. So kann es in seltenen Fällen sogar dazu kommen, dass der gesamte Magen durch das Zwerchfell durchtritt und in der Bauchhöhle liegt.

Was sind die Symptome eines Zwerchfellbruchs?

Bei etwa 60 Prozent der Patienten, die eine Hiatushernie aufweisen, treten keine Symptome auf. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um axiale Hiatushernien, bei denen nur ein kleiner Teil des Magens durch das Zwerchfell getreten ist. Wenn Symptome vorhanden sind, handelt es sich meistens um die klassischen Symptome einer gastroösophagealen Refluxkrankheit, die im Volksmund als Sodbrennen bezeichnet wird. Denn der Durchtritt des Magens durch das Zwerchfell führt auch dazu, dass vermehrt Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Normalerweise wird dieses Übertreten von Magensäure durch die Engstelle in der Zwerchfellöffnung verhindert. Es kommt zu Schmerzen hinter dem BrustbeinSchluckbeschwerden und in manchen Fällen sogar zu einer Blutarmut (Anämie). Die Schmerzen hinter dem Brustbein verschlimmern sich meist in liegender Position.

Die seltenere paraösophageale Hernie kann außerdem zu einem Druckgefühl in der Brust und zu Herzbeschwerden führen, wenn die Schlagfähigkeit des Herzens durch den Inhalt des Bruchsackes eingeschränkt wird.

Wie stellt der Arzt die Diagnose Zwerchfellbruch?

Eine ausführliche Anamnese gibt erste Hinweise auf das Vorliegen einer Hiatushernie. Beschreibt der Patient typische Beschwerden wie Sodbrennen, Schmerzen hinter dem Brustbein und Schluckbeschwerden, sollte der Arzt an das mögliche Vorliegen eines Zwerchfellbruchs denken. Da etwa zwei Drittel der Zwerchfellbrüche keine Symptome verursachen, werden sie oft zufällig entdeckt.

Um das Vorliegen einer Hiatushernie zu bestätigen, wird der Arzt eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchführen. So kann er die Speiseröhre nachverfolgen und die Lage und Ausbreitung des Zwerchfellbruches darstellen.

Alternativ kann eine Röntgenkontrastmitteluntersuchung durchgeführt werden. Dabei schluckt der Patient eine Flüssigkeit, die im Röntgenbild sichtbar ist. So kann auf der Röntgenaufnahme die Lage und die Position des Magens nachverfolgt werden.

Wie wird ein Zwerchfellbruch behandelt?

Verursacht ein Zwerchfellbruch keine Beschwerden, so muss er auch nicht behandelt werden. Gerade leichtere Formen des Zwerchfellbruches verlaufen häufig ohne Symptome und sollten keinen Grund zur Sorge darstellen.

Wenn Beschwerden wie Sodbrennen, Schmerzen und Schluckbeschwerden auftreten, so sollte zuerst versucht werden, dieses Beschwerdebild konservativ zu behandeln. Das heißt, statt einer Operation sollten zuerst die anderen Therapiemöglichkeiten bei einer Sodbrennen-Erkrankung ausgeschöpft werden. Eine wichtige Maßnahme ist die Umstellung der Ernährung. Gerade Alkohol erhöht die Menge an Magensäure, die produziert wird und in die Speiseröhre gelangen kann. Auch der Zigarettenkonsum sollte eingeschränkt werden. Scharfe und stark gewürzte Nahrungsmittel können ebenfalls zur Verschlechterung der Symptome führen.

Da Übergewicht ein Risikofaktor führt die Entstehung und Verschlimmerung eines Zwerchfellbruchs darstellt, sollte eine Gewichtsreduktion angestrebt werden.

Was tun, wenn die Zwerchfellbruch-Behandlung nicht wirkt?

Wenn diese Maßnahmen nicht zu einer Besserung der Beschwerden führen, kann ein Zwerchfellbruch auch durch eine Operation behandelt werden. Die häufigste Operationsmethode ist die Fundoplikatio. Dabei wird die Lage des Magens so verändert, dass eine Schließung des Überganges von der Speiseröhre in den Magen wieder möglich wird. So kann man verhindern, dass Nahrungsreste und Magensäure zurück in die Speiseröhre gelangen und dort Beschwerden verursachen. In den meisten Fällen führt allerdings schon eine Behandlung der Beschwerden ohne Operation zu einer Besserung, sodass die Durchführung einer Fundoplikatio nicht notwendig ist.

Fazit

Ein Zwerchfellbruch ist eine häufige Erkrankung, die oft mild verläuft und keine Beschwerden verursacht. Wenn doch Symptome wie Schmerzen auftreten, kann Betroffenen durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten oder eine Operation der Hiatushernie geholfen werden.

Bild: shutterstock

Quellen
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