Parasiten im Darm – Ansteckung, Symptome und Behandlung

Parasiten sind Lebewesen, die auf Kosten ihres Wirtes überleben. Im Laufe der Entwicklungsgeschichte des Menschen haben sich viele Parasiten auf das Überleben in einem menschlichen Wirt spezialisiert. Gerade der Magen-Darm-Trakt des Menschen dient häufig als Eintrittspunkt für diese Parasiten. Der Darm ist über die Nahrung oder verunreinigtes Trinkwasser leicht zugänglich. Welche Parasiten sich häufig im menschlichen Darm einnisten, was sie ausmacht und wie Infektionen mit solchen Parasiten behandelt werden.

Welche Arten von Parasiten gibt es?

Parasiten, die den Menschen befallen, werden in drei Gruppen unterteilt:

  • Einzeller (Protozoen)
  • Würmer (Helminthen)
  • Gliederfüßler (Arthropoden)

Außerdem unterscheiden Mediziner, ob sich der Parasit außerhalb des menschlichen Körpers befindet (Ektoparasiten, z.B. Läuse) oder innerhalb des Körpers (Endoparasiten, z.B. Würmer).

Würmer und Einzeller sind die Darmparasiten mit der größten Bedeutung für den Menschen. Da Parasitenerkrankungen (Parasitosen) in Deutschland seltener sind als in wärmeren und tropischen Regionen, ist es besonders wichtig, bei Beschwerden eine ausführliche Anamnese zu erheben und entsprechende Untersuchungen in die Wege zu leiten, um Parasitenerkrankungen zu erkennen und zu behandeln.

Was sind die häufigsten Parasitenerkrankungen des Darmes?

Die häufigsten Parasitenerkrankungen des Darmes werden durch Würmer und Einzeller hervorgerufen. Aus der Gruppe der Würmer spielen vor allem Darmegel (auch „Saugwürmer“), die Gruppe der Fadenwürmer und die sogenannten Pärchenegel (auch „Plattwürmer“) eine wichtige Rolle. Unter den Einzellern sind Amöben, Lamblien, Kryptosporidien und Blastozysten unter den häufigsten Krankheitserregern.

1) Fadenwürmer

Die Fadenwürmer sind eine große Gruppe von Parasiten, die den Darm des Menschen befallen können. Die wichtigsten Vertreter dieser Gruppe sind

  • Kindermadenwurm (Enterobius vermicularis)
  • Spulwurm (Ascaris lumbiricoides)
  • Peitschenwurm (Trichuris truchiura)
  • Hakenwurm (Ancylostoma duodenale)

Kindermadenwurm (E. vermicularis)

Man geht davon aus, dass weltweit etwa 200 Millionen Menschen mit E. vermicularis infiziert sind. Es ist damit die häufigste parasitäre Darminfektion des Menschen. Der Wurm, dessen einziger Wirt der Mensch ist, befällt Kinder besonders häufig. Die Länge der Würmer liegt zwischen sechs und zwölf Millimetern und ist damit sehr gering.

Der Kindermadenwurm gelangt über verunreinigte Nahrung (nicht gewaschenes Obst und Gemüse) oder über Kontakt mit verunreinigtem Material (Toiletten, etc.) in den menschlichen Körper und kann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Oft fallen die Würmer im Stuhl auf. Sie sind weiß und durch ihre schlängelnden Bewegungen gut zu erkennen. Hauptsymptom einer Infektion mit E. vermicularis ist ein starker Juckreiz, der in der Analregion auftritt. In schweren Fällen kann es zu Gewichtsverlust, Harnwegsinfektionen oder einer Blinddarmentzündung kommen.

Die Diagnose der Erkrankung erfolgt meist durch ein sogenanntes „Klebstreifenpräparat“. Dabei wird mithilfe eines Klebstreifens ein Abstrich des Anus gewonnen, der unter dem Mikroskop auf die Eier von E. vermicularis untersucht wird.

Spulwurm (Ascaris lumbiricoides)

Spulwürmer kommen am häufigsten in tropischen Regionen vor. Auch in Ländern mit geringen hygienischen Standards sind Infektionen mit A. lumbiricoides häufig. Ein ausgewachsener Spulwurm kann bis zu vierzig Zentimeter lang werden. Er überlebt im Darm für bis zu zwei Jahre. Die Eier des Spulwurmes lassen sich aus einer Stuhlprobe unter dem Mikroskop sichtbar machen, so kann der Arzt die Diagnose Spulwurmbefall (Ascariasis) stellen.

Symptome, die durch einen Spulwurmbefall ausgelöst werden können, sind Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust und Bauchschmerzen.

Peitschenwurm (Trichuris trichiura)

Erwachsene Peitschenwürmer sind bis zu fünf Zentimeter lang. Eine Infektion mit diesen Parasiten ist hauptsächlich auf tropische Regionen beschränkt. Die meisten Fälle in Deutschland treten bei Personen auf, die einen Urlaub in einem tropischen Land verbracht haben. Eine Infektion mit dem Peitschenwurm (Trichuriasis) wird über das Vorhandensein von Wurmeiern im Stuhl diagnostiziert. Meist bleibt die Trichuriasis ohne Symptome. Nur in seltenen Fällen kommt es zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Hakenwurm (Ancylostoma duodenale)

Der Name dieses Hakenwurmes leitet sich vom Wort für den menschlichen Zwölffingerdarm (Duodenum) ab. Hakenwürmer gelangen über die Haut oder verunreinigte Nahrungsmittel in den Körper und nisten sich dort im Dünndarm und Zwölffingerdarm ein. In Deutschland kommen den Menschen befallende Hakenwürmer nur selten vor. Der Hundehakenwurm, der hierzulande häufiger ist, kann im menschlichen Körper nicht überleben.

Eine Infektion mit Hakenwürmer kann zu Blutverlust führen, da die erwachsenen Würmer bis zu dreißig Milliliter Blut pro Tag aufnehmen können. Betroffene klagen über Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche. Außerdem kann es zu einer Zerstörung von Darmzotten kommen, in deren Folge starke Bauchschmerzen auftreten.

Eine Hakenwurm-Infektion erkennt der Arzt über das Vorhandensein der Eier und Larven im Stuhl.

2) Darmegel

Darmegel (Trematoden) zählen ebenfalls zu den Würmern. Sie gelangen vor allem durch den Verzehr von rohem Fleisch oder rohem Fisch in den Menschen. Infektionen mit nur wenigen Darmegeln bleiben meist ohne Symptome und lassen von selbst wieder nach. Bei stärkerem Egelbefall kann es zu Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen kommen. Ein Darmegelbefall wird über das Vorhandensein von Eiern im Stuhl nachgewiesen.

3) Pärchenegel

Pärchenegel (Schistosomen) kommen in Deutschland kaum vor. Sie treten vor allem bei Reisen durch Asien oder Afrika auf. Beim Baden in verunreinigtem Wasser können die Egel durch die Haut in den Körper gelangen. Eine Infektion mit dem Pärchenegel (Bilharziose) beginnt in der Leber, vor dort aus dringen die Egel in weitere Organe, wie zum Beispiel den Darm, vor. Durch ihr charakteristisches Aussehen sind Schistosomeneier im Stuhl leicht nachweisbar.

4) Einzeller

Die Einzeller, oder Protozoen, sind eine weitere Gruppe von Parasiten, die den menschlichen Darm befallen. Wichtige Vertreter sind:

  • Amöben
  • Lamblien
  • Kryptosporidien
  • Blastozysten

Amöben (Entamoeba histolytica)

Amöben gelangen über verunreinigtes Wasser, ungewaschenes Obst oder Gemüse in den Körper. Die Infektion mit Amöben (Amöbenruhr) führt zu starken Durchfällen, oft mit Beimischung von Blut oder Schleim. Außerdem treten heftige, krampfartige Bauchschmerzen auf. Auch Gewichtsverlust, Fieber und Schüttelfrost können eine Folge der Infektion mit E. histolytica sein. Die Diagnose stellt der Arzt über den Nachweis sogenannter Amöbenzysten im Stuhl.

Lamblien (Giardia lamblia)

Lamblieninfektionen werden vor allem durch schlechte hygienische Verhältnisse begünstigt. Die Zysten gelangen über den Mund in den Magen-Darm-Trakt und vermehren sich dort schnell. Typische Symptome einer Infektion mit G. lamblia (Giardiasis) sind Schmerzen im Oberbauch, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Der Nachweis des Erregers geschieht durch die mikroskopische Untersuchung einer Stuhlprobe.

Kryptosporidien (Cryptosporidium parvum)

Die Infektion mit Kryptosporidien verbreitet sich von Wirt zu Wirt, vor allem über infizierte Haustiere, Rinder und Menschen. Nach der Infektion mit C. parvum (Kryptosporidiose) scheidet man den Erreger in großen Mengen mit dem Stuhl aus. Es treten über Wochen Bauchschmerzen und Durchfälle auf, die meist von selbst abheilen. Die sogenannten Oozysten von C. parvum können in einer Stuhlprobe nachgewiesen werden.

Blastozysten (Blastocystis hominis)

Eine Infektion mit B. hominis bleibt häufig ohne Symptome. Man geht davon aus, dass bis zu fünfzehn Prozent der gesunden Bevölkerung mit Blastozysten infiziert ist. Die Erreger verbreiten sich vor allem über verunreinigte Lebensmittel und verunreinigtes Wasser. Treten Symptome auf, so handelt es sich dabei meist um leichte Durchfälle, die von selbst nachlassen. Ein Nachweis der Erreger in einer Stuhlprobe kann unter dem Mikroskop erfolgen.

Wie werden Erkrankungen mit Darmparasiten behandelt?

So wie bakterielle Infektionen mit Antibiotika behandelt werden können, gibt es viele Medikamente zur Behandlung von parasitären Infektionen, die oft als „Antiparasitika“ zusammengefasst werden. Die meisten parasitären Infektionen können durch ein spezifisches Medikament, dass sich gegen den auslösenden Parasiten richtet, behandelt werden.

Behandlung von Wurminfektionen

Bei Wurminfektionen (Würmer = Helminthen) bedient man sich sogenannter „Antihelminthika“. Ein wichtiger Vertreter dieser Gruppe, der gegen Fadenwürmer gute Wirksamkeit zeigt, ist das Mebendazol. Praziquantel wirkt gegen Bandwürmer und Schistosomen.

Behandlung von Einzellern

Infektionen mit Einzellern (Protozoen) werden mit „Antiprotozoika“ behandelt. Die Gruppe der Antiprotozoika besteht aus sehr unterschiedlichen Medikamenten, die alle gegen bestimmte Protozoen gerichtet sind. Beispiele sind Furazolidone (bei Infektionen mit G. lamblia) oder Metronidazol (bei Trichomoniasis).

Fazit

Die meisten parasitären Darminfektionen treten in Deutschland nur selten auf. Zu ihren Symptomen zählen häufig Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle. Gerade, wenn solche Beschwerden nach einem Urlaub in wärmerem Klima auftreten, sollte an eine parasitäre Darminfektion gedacht werden. Denn durch den Nachweis von Erregern oder Eiern im Stuhl sind sie gut zu diagnostizieren und eine erfolgreiche Behandlung kann schnell eingeleitet werden.

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