Leaky-Gut-Syndrom und Darmbarriere

Das Leaky-Gut-Syndrom wird immer häufiger mit der Entstehung und dem Fortschreiten einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht. Beispiele sind Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose oder Diabetes mellitus. Doch Wissenschaftler sind sich immer noch uneinig darüber, ob das Leaky-Gut-Syndrom tatsächlich existiert und welche Rolle es bei der Entstehung von Erkrankungen spielt. Reizdarm.one fasst die wichtigsten Fakten rund um das Leaky-Gut-Syndrom zusammen, erklärt den Unterschied zwischen einer gestörten Darmbarriere und dem Leaky-Gut-Syndrom und erklärt auch, was Reizdarm damit zu tun hat.

Was bedeutet Leaky-Gut?

Der Begriff Leaky-Gut kommt aus dem Englischen und bedeutet durchlässiger Darm. Das Leaky-Gut-Syndrom beschreibt einen Zustand, bei dem die normale Barrierefunktion des Darmes nicht mehr intakt ist.

Der Darm kommt im täglichen Leben ständig mit körperfremdem Material – in Form von Nahrung – in Kontakt. Als eine Barriere zwischen der Außenwelt und dem Körper muss hier entschieden werden, welche Stoffe der Körper aufnimmt und welche nicht weiterverarbeitet werden. Bei diesem Prozess spielt die sogenannte intestinale Permeabilität, also die Durchlässigkeit des Magen-Darm-Traktes, eine wichtige Rolle.

Die Darmwand besteht aus vielen Schichten von Zellen, die als Schleimhaut (Mukosa) bezeichnet werden. Stoffe können diese Schicht auf zwei Wegen überwinden:

  • Transport durch die Zellen (Transzellulärer Transport)
  • Transport an den Zellen vorbei (Parazellulärer Transport)

Transportvorgänge über die Darmbarriere

Der Transport durch die Zellen (Transzellulär) geschieht hauptsächlich über Transporter, die in der Zellmembran liegen. Über diesen Weg gelangen etwa Zucker, Aminosäuren, Elektrolyte, Fette und viele andere Stoffe aus dem Darm in das Blut und können so vom Körper verwendet werden.

An den Zellen vorbei (Parazellulär) werden im Darm hauptsächlich Wasser und gelöste Stoffe transportiert. Die Zwischenräume zwischen zwei Zellen werden durch eine Reihe von Proteinen verschlossen. Dieser Verschluss wird als „Tight junction“ („dichter Verschluss“) bezeichnet.

Beim Leaky-Gut-Syndrom kommt es unter anderem zu einer Fehlfunktion dieser Tight junctions. Die Folge ist eine vermehrte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut für Stoffe, die sie unter normalen Bedingungen nicht überwinden können.

Mediziner sprechen häufig nicht von einem Leaky-Gut-Syndrom. Sie sprechen eher von einer Störung der (gastro-)intestinalen Permeabilität oder gestörten Darmbarriere, also als einer erhöhten Durchlässigkeit des der Wände des Magen-Darm-Trakts.

Welche Symptome werden mit dem Leaky-Gut-Syndrom in Verbindung gebracht?

Bis heute ist man sich nicht einig, welche Symptome das Leaky-Gut-Syndrom verursacht. Im Folgenden befindet sich eine Auswahl möglicher Symptome, die beim Leaky-Gut-Syndrom diskutiert werden. Es muss beachtet werden, dass es bisher keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise für die Zusammenhänge zwischen den genannten Symptomen und dem Leaky-Gut-Syndrom gibt:

  • Durchfall
  • Blähungen
  • Müdigkeit
  • Asthma
  • Hautprobleme
  • Migräne
  • Bauchschmerzen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten/ -allergien
  • Gelenk- und Muskelschmerzen

Wie kommt eine Störung der Durchlässigkeit im Darm zustande?

Um die Barriere im Darm aufrecht zu erhalten, sind gesunde Zellen mit intakten Zell-Zell-Kontakten notwendig. Wird die Schleimhaut durch Erkrankungen oder Schadstoffe geschädigt, kann es dazu kommen, dass auch die Darmbarriere Schaden nimmt. Dadurch wird das Leaky-Gut-Syndrom gefördert. Die folgende Tabelle zeigt einige Erkrankungen und ihren Einfluss auf die Darmbarriere.

Erkrankung / Schädigung Einfluss auf die Darmbarriere
chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) die chronische Entzündung führt zu einer Schädigung der Schleimhautzellen und damit auch der Barriere
Nahrungsmittelintoleranzen (z.B. Gluten, Laktose, FODMAPs) durch die Unverträglichkeit kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems auf verschiedene Stoffe oder, im Falle der Laktose, zu einer Schädigung des Darms durch Abbauprodukte
Stoffe, die die Darmschleimhaut direkt Schädigen (Alkohol) der direkte Einfluss dieser Schadstoffe führt zu einer Beeinträchtigung der Darmbarriere
sekretorischer IgA-Mangel, Defensinmangel IgA und Defensine sind Teile des Immunsystems im Darm; ein Mangel an diesen Stoffen führt zu unzureichenden Immunreaktionen und kann eine Schädigung der Barriere auslösen
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüsen können dazu führen, dass die natürliche Darmbarriere Schaden nimmt

Tab.1: Auslöser einer Schädigung der Darmbarriere

Welche Rolle spielen FODMAPs für die Durchlässigkeit des Darms?

Die Abkürzung FODMAPs kommt aus dem Englischen und steht für „fermentable oligo-, di- and monosaccharides and polyols“, also vergärbare Mehrfach-, Zweifach- und Einfachzucker und Polyole (Zuckeralkohole). Hierbei handelt es sich um Bestandteile in bestimmten Lebensmitteln, die vom Körper nicht aufgenommen werden können und daher entweder von der Bakterienflora (Mirkobiom) des Darmes weiterverarbeitet (vergärt) oder ausgeschieden werden. Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, das diese FODMAPs die Durchlässigkeit des Darmes beeinflussen. Obwohl die Mechanismen hinter diesem Prozess noch nicht vollständig geklärt sind, vermuten Experten, dass die Vergärung dieser Nahrungsbestandteile durch Darmbakterien zur Entstehung von Stoffen führt, die eine Entzündungsreaktion der Schleimhaut hervorrufen. Da eine Entzündung immer mit der vermehrten Durchlässigkeit von Zellverbänden und der Lockerung von Zellkontakten einhergeht, wird so die Entstehung des Leaky-Gut gefördert. Vertreter dieser FODMAP-Theorie empfehlen Patienten, die unter dem Reizdarmsyndrom oder Leaky-Gut-Sydrom leiden, eine FODMAP-arme Diät. Allerdings handelt es sich hierbei lediglich um eine Theorie, die unter Medizinern umstritten ist und weiter erforscht werden muss.

Verursacht Gluten ein Leaky-Gut-Syndrom?

Gluten ist ein Eiweiß, das in vielen Getreiden vorkommt. Es ist aus den Proteinen Gluten und Gliadin zusammengesetzt. Bei einer Glutenunverträglichkeit (Zoliäkie) bildet das Immunsystem Antikörper gegen das Gliadin. Kommt die Darmschleimhaut in Kontakt mit dem Protein, löst die Bindung der Antikörper eine Immunreaktion aus. Es kommt zur Einwanderung von Entzündungszellen, die ihrerseits die Durchlässigkeit der Darmbarriere fördern. Verfechter der FODMAP-Hypothese nennen häufig auch das Gluten als einen Faktor, der die Barrierefunktion des Darmes negativ beeinflusst und deshalb von Reizdarm-Patienten gemieden werden sollte. Interessanterweise sind auch die meisten Gluten-haltigen Getreide auch FODMAP-reich.

Was können weitere Ursachen oder Einflussfaktoren für das Leaky-Gut-Syndrom sein?

Zu den weitere Faktoren, die als Auslöser des Leaky-Gut-Syndroms in Verdacht stehen, gehören unter anderem:

  • Medikamente, welche den Magen-Darm-Trakt reizen (z.B. Antibiotika, Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen, Chemotherapeutika)
  • durchfallauslösende Bakterien und Viren (z.B. Salmonellen oder Noroviren)
  • Strahlentherapie
  • HIV/AIDS
  • falsche Ernährung
  • Alkohol
  • psychischer Stress
  • Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)

Wieso ist eine Fehlfunktion der Darmbarriere schädlich?

Wenn der Darm seiner natürlichen Barrierefunktion nicht mehr gerecht werden kann, kommt es zum Übertritt verschiedener unerwünschter Substanzen durch die Darmwand in den Blutkreislauf. Darunter fallen Krankheitserreger (Pathogene), unvollständig verdaute Nahrungsbestandteile und Giftstoffe, die der Körper eigentlich ausscheidet.

Der Durchtritt solcher Stoffe führt zu einer vermehrten Aktivierung des Darmimmunsystems. Dabei sind vor allem B-Zellen, T-Zellen und die sogenannten natürlichen Killerzellen an der Immunreaktion beteiligt. Sie richten sich gegen die aufgenommenen Stoffe, allerdings führt ihre Abwehrreaktion auch zu einer allgemeinen Entzündung der Darmschleimhaut. Folge dieser Aktivierung des Immunsystems ist also zum einen die Reizung des Darms, die unter anderem zu Durchfällen, Übelkeit, einer höheren Schmerzempfindlichkeit und Bauchschmerzen führen kann. Heute gibt es Hinweise, dass ähnliche Entzündungsprozesse in der Darmschleimhaut auch beim Reizdarmsyndrom vorkommen.

Zum anderen besteht der Verdacht, dass die übermäßigen Immunreaktion beim Leaky-Gut auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien begünstigt. Dazu kommt es, weil das Immunsystem sich beim Leaky-Gut auch gegen unverdaute Nahrungsbestandteile richten kann und diese dann als schädlich erkennt. Wird nun, zum Beispiel im Rahmen einer bisher gut vertragenen Mahlzeit, die gleiche Nahrung aufgenommen, kann das Immunsystem sie als schädlich erkennen, obwohl eigentlich keine Gefahr von ihr ausgeht.

Was unterscheidet eine Störung der Darmbarriere vom Leaky-Gut-Syndrom?

Eine Störung der Barrierefunktion (Permeabilität) des Darmes ist eine unter Medizinern anerkannte Erkrankung. Sie beschreibt in erster Linie den direkten Schaden im Darm, den diese Fehlfunktion auslöst.

Das Leaky-Gut-Syndrom hingegen, über dessen Existenz Mediziner und Wissenschaftler diskutieren, besagt, dass die Fehlfunktion der Barriere im Darm zu einer Vielzahl von Erkrankungen im ganzen Körper führen kann. Dazu gehören neben Allergien und leichten Autoimmunreaktionen auch schwerwiegende Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Lupus erythematodes, Diabetes mellitus oder Rheumatoide Arthritis. Verfechter des Leaky-Gut-Syndroms gehen davon aus, dass die Entzündungsreaktionen im Darm dazu führen, dass sich das gesamte Immunsystem des Körpers „umprogrammiert“ und sich vermehrt gegen körpereigene Substanzen richtet. So soll es dazu beitragen, die verschiedenen Autoimmunerkrankungen auszulösen und zu verschlimmern. Dies ist bis heute nicht ausreichend gesichert.

Kann das Leaky-Gut-Syndrom zu einem Reizdarmsyndrom führen?

Untersuchungen der Darmschleimhaut von Patienten mit einem Reizdarmsyndrom haben gezeigt, dass in vielen Fällen die Durchlässigkeit des Darmes deutlich erhöht ist. Proteine, die für den Zusammenhalt von Zellen in der Darmschleimhaut verantwortlich sind, sind im Vergleich zu Patienten ohne Reizdarm deutlich verringert. Diese Befunde legen nahe, dass die veränderte Permeabilität des Darmes eine Rolle in der Entstehung und Aufrechterhaltung des Reizdarmsyndroms spielt.

Ärzte gehen davon aus, dass verschiedene auslösende Faktoren (Triggerfaktoren) dazu führen, dass sich die Durchlässigkeit des Darmes bei Reizdarm-Patienten erhöht. Bei  den Triggerfaktoren werden zum Beispiel Stress, Nahrungsbestandteile (z.B. FODMAPs oder Gluten) und Infektionen des Magen-Darm-Traktes diskutiert. Zusätzlich zu diesen Faktoren müssen wahrscheinlich noch andere Voraussetzungen erfüllt sein, um ein Reizdarmsyndrom zu entwickeln. Wissenschaftler diskutieren neben Umweltfaktoren auch die Rolle verschiedener Gene. Sie gehen davon aus, dass erst die Kombination von Umwelt, genetischer Veranlagung und Triggerfaktoren zu einem ausgeprägten Reizdarmsyndrom führt.

Allerdings tritt nicht bei allen Patienten mit Leaky-Gut zwangsweise auch ein Reizdarmsyndrom auf. Die genaue Rolle des Leaky-Gut-Syndroms beim Reizdarmsyndrom muss noch besser erforscht werden.

Gibt es eine wissenschaftliche Grundlage für das Leaky-Gut-Syndrom?

Einige Ärzte behaupten, das Leaky-Gut-Syndrom sei eine Erfindung der Alternativmedizin und habe keine wissenschaftliche Grundlage. Allerdings gibt es durchaus einige Studien, die auf die Existenz eines solchen Syndroms hinweisen.

Allesio Fasano, der in Baltimore am Thema Leaky-Gut-Syndrom forscht, hat in einer Arbeit mit dem Titel „Leaky Gut and Autoimmune Disease“ (Leaky-Gut und Autoimmunerkrankungen) die aktuelle Beweislage in der Wissenschaft zusammengefasst. Ein wichtiges Ergebnis seiner Arbeit ist, dass Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von Fehlfunktionen in der Darmbarriere und dem Auftreten einiger (Autoimmun-)Erkrankungen bestehen. Ob diese Zusammenhänge rein zufällig sind oder tatsächlich eine auslösende Rolle des Leaky-Gut-Syndroms bedeuten, ist allerdings weiterhin Gegenstand der aktuellen Forschung.

Wie stellt der Arzt die Diagnose Leaky-Gut-Syndrom? Gibt es Tests?

Die wichtigste Untersuchung, um die Diagnose Leaky-Gut zu stellen, ist der sogenannte Lactulose-Mannitol-Test. Dem Patienten wird eine Lactulose-Mannitol-Lösung zum Trinken gegeben und nach einer definierten Zeit wird der Urin auf diese Stoffe untersucht. Kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung dieser Stoffe im Urin, liegt der dringende Verdacht auf eine Störung der Darmbarriere vor.

Auch Bluttests, zum Beispiel auf das Protein Zonulin, dass die Durchlässigkeit der „Tight junctions“ im Darm reguliert, können Hinweise auf das Vorliegen eines Leaky-Gut-Syndroms geben.
In Stuhltests von Leaky-Gut-Patienten lassen sich vermehrt Stoffe wie Alpha-1-Antitrypsin, sekretorisches Immunglobulin A (sIgA) und einige Entzündungsmarker finden. Liegen zusätzlich Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Erkrankungen wie Diabetes mellitus vor, sollte eine Beteiligung des Leaky-Gut-Syndroms in Betracht gezogen werden.

Wie kann man das Leaky-Gut-Syndrom behandeln?

Gesunde Ernährung

Die wichtigste Maßnahme zur Behandlung des Leaky-Gut ist eine Umstellung der Ernährung. Die westliche Diät, die reich an raffiniertem Zucker, ungesunden Fetten, Haltbarmachern und Nahrungszusatzstoffen ist, spielt eine Rolle in der Entstehung vieler Darmerkrankungen. Neben den entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, die ihrerseits ein Leaky-Gut-Syndrom auslösen können, kann eine schlechte Ernährung auch zu einer direkten Schädigung des Darmes führen. Diese äußerst sich häufig durch eine dauerhafte unterschwellige Entzündungsaktivität im Darm.

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an gesunden Fettsäuren, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen ist, hilft, den Darm zu beruhigen und die Entzündung in Zaum zu halten. Gerade bei nachgewiesenen Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten sollten die entsprechenden schlecht verträglichen Lebensmittelbestandteile gemieden werden, um zusätzliche Reizungen des Magen-Darm-Trakts zu vermeiden.

Probiotische Ernährung

Der probiotische Ansatz befasst sich mit der Rolle der Darmflora, also der natürlicherweise im Darm vorkommenden Bakterien. Man geht davon aus, dass viele dieser Bakterien eine unterstützende Funktion im Darm ausüben und dabei helfen, die natürlich Barrierefunktion des Darmes aufrecht zu erhalten. Allerdings ist umstritten, ob eine Unterstützung der Darmflora durch probiotische Produkte zur Besserung eines Leaky-Gut-Syndroms führen kann.

Zum Einsatz kommen probiotische Jogurts und Getränke oder spezielle probiotische Tabletten, die in Drogeriemärkten oder in der Apotheke zu erhalten sind. Allerdings sollte man, bevor man eigenständig mit einer probiotischen Therapie beginnt, Rücksprache mit einem sachkundigem Arzt halten und eine individuelle Therapiestrategie planen.

Welche Medikamente helfen beim Leaky-Gut-Syndrom

Genauso umstritten wie die Existenz des Leaky-Gut-Syndroms sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt zahlreiche Bücher, Nahrungsergänzungsmittel, pflanzliche Mittel, anti-Pilz-Mittel und spezielle Diäten, die angeben, das Leaky-Gut-Syndrom zu behandeln. Hierbei handelt sich in den meisten Fällen um Behauptungen, für die es keine wissenschaftliche Grundlage gibt, dass sie Menschen mit einer einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms helfen.

Manche Medikamente, wie zum Beispiel das bei Diabetes mellitus zum Einsatz kommende Metformin, haben positive Wirkungen auf die Funktion der Darmbarriere in Studien gezeigt. Allerdings sollten diese Medikamente aufgrund ihrer zahlreichen Nebenwirkungen nur in Rücksprache mit einem Arzt und bei unbedingter Notwendigkeit eingesetzt werden.

Eine Störung der Darmbarriere kann die Ursache für viele Erkrankungen sein und zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität führen. Das umstrittene Leaky-Gut-Syndrom findet immer mehr Anerkennung in der medizinischen Gemeinschaft und es werden immer mehr Therapiemöglichkeiten diskutiert. Häufig können eine aufgewogene Ernährung und ein ärztliches Expertengespräch schon helfen, mit dem Darm assoziierte Erkrankung zu behandeln und ihre Folgen zu reduzieren.

Quellen
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