Colitis ulcerosa – Informationen zur Colitis ulcerosa Symptomen und Behandlung

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED). Man versteht darunter eine im Enddarm (Rektum) beginnende Schleimhautentzündung, die sich von dort aus in den Dickdarm ausbreitet. In Deutschland erkranken etwa drei bis neun Personen pro 100.000 Einwohner pro Jahr an dieser Form der Darmentzündung. In etwa 10 Prozent der Fälle sind Übergangsformen zu Morbus Crohn möglich. Morbus Crohn ist neben Colitis ulcerosa eine ebenfalls typische chronische Darmentzündung. In diesen Fällen zeigen sich leicht abweichende Krankheitsverläufe. Chronisch Darmentzündungen wie Colitis ulcerosa sind wegen ähnlicher Symptome leicht mit dem Reizdarmsyndrom zu verwechseln.

Wie und wann entsteht eine Colitis ulcerosa?

Die Ursache der Schleimhautentzündung des Dickdarms ist noch nicht geklärt. Da die Erkrankung in Schüben auftritt, werden als Ursache Infektionen diskutiert. Auch genetische Faktoren sollen eine Rolle spielen. Die Häufigkeitsgipfel für das Auftreten der Krankheit liegen zwischen dem 20. und 30. wie auch zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr. Typischerweise beginnen die Colitis ulcerosa Symptome während der Schulzeit, Berufsausbildung oder dem Studium und halten dann das gesamte Leben an. Es kann familiäre Häufungen geben. Außerdem besteht eine starke Abhängigkeit von der geographischen Zugehörigkeit. Man hat festgestellt, dass die Häufigkeit von Colitis ulcerosa ein Nord-Süd-Gefälle hat, sodass in Nordeuropa Colitis ulcerosa häufiger vorkommt. Außerdem gibt es ein etwas schwächeres West-Ost Gefälle. Es wurde außerdem festgestellt, dass chronisch entzündliche Darmerkrankungen bei Menschen verschiedener ethnischer Herkunft unterschiedlich häufig vorkommt. So leiden zum Beispiel Menschen jüdischer Herkunft häufiger an Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

In welche Phasen lässt sich die Colitis ulcerosa unterteilen?

Die Bestimmung des Schweregrades wird mit einer Einteilung nach Truelove und Witts bestimmt. In dieser Einteilung wird die Anzahl der Stuhlgänge pro Tag, die Häufigkeit von Blut oder Schleim im Stuhl, die Körpertemperatur, die Pulsfrequenz sowie weitere Laborparameter betrachtet. Die Punkte ausschließlich der Laborparameter lassen sich in einer Tabelle zusammenfassen:

Parameter Leichte Aktivität Mittlere Aktivität Schwere Aktivität
Stühle pro Tag Weniger als 4 4 bis 9 Mehr als 9
Stühle mit Blut/Schleim Manchmal Häufig Immer
Körpertemperatur Normal Höher als 38°C Höher als 38 °C
Pulsfrequenz Normal Höher als 90/min Höher als 90/min

Welche Symptome treten sind typisch für Colitis ulcerosa?

Colitis ulcerosa Symptome treten schubweise auf. Zwischen den Entzündungsschüben können lange symptomlose Zeiten liegen. Klassische Symptome während eines Schubes sind eine erhöhte Temperatur oder auch Fieber wie auch sehr starke Bauchschmerzen im mittleren Unterbauch. Zudem kann blutig-schleimiger Durchfall und schmerzhafter Stuhldrang auftreten. Zwischen den Schüben kann es ebenfalls zu Schmerzen im mittleren Unterbauch oder im Bereich des Kreuzbeins kommen. Ähnlich wie bei dem Obstipations-Typ des Reizdarmsyndroms oder bei chronischer Verstopfung, kann es bei Colitis ulcerosa auch zum Gefühl einer unvollständigen Stuhlentleerung kommen, was häufig mit einer hohen Stuhlfrequenz einhergeht. Zudem fühlen sich die betroffenen Personen meist appetitlos, ihnen ist übel und sie leiden unter Gewichtsverlust.

Wie wird die Colitis ulcerosa Diagnose gestellt?

Wer an den typischen Darmbeschwerden einer Colitis ulcerosa leidet, sollte gemeinsam mit einem Arzt folgende Schritte zur Diagnose durchlaufen. Hierbei werden andere Krankheiten wie Morbus Crohn oder das Reizdarmsyndrom mit ähnlichen Symptomen ausgeschlossen. Zu den Diagnose Schritten gehören

  • Anamnese: in einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt werden die Darmbeschwerden und die Krankheitsgeschichte besprochen. Hierbei sollten auch Durchfallerkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Impfstatus, Rauchen, familiäre Vorbelastung und psychische Erkrankungen wie Depressionen berücksichtigt werden
  • Körperliche Untersuchung: bei der körperlichen Untersuchung inspiziert der Arzt den Mund, Haut, Augen, Gelenken und After auf Entzündungszeichen, die auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung hinweisen
  • Blut- und Stuhluntersuchung: durch die Untersuchung im Labor können bestimmte Entzündungsparameter erkannt werden. Auch kann differenziert werden, ob die Darmbeschwerden durch eine Infektion hervorgerufen werden
  • Ultraschall des Bauches (Sonographie): mithilfe des Ultraschalls können die Bauchorgane unkompliziert dargestellt werden, dies dient für einen ersten Eindruck des Zustands der Organe
  • Darmspieglung (Koloskopie): durch die Koloskopie kann die Entzündung der Darmschleimhaut durch Colitis ulcerosa direkt betrachtet werden. Außerdem können auch Gewebeproben (Biopsien) entnommen werden, die später von Spezialisten im Labor auf Entzündungszeichen untersucht werden

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Laboruntersuchung bei der Erstuntersuchung
  • Blutbild
  • Entzündungsstatus im Blut (Entzündungswert C-reaktives Protein, CRP)
  • Entzündungsmarker im Stuhl (z.B. Calprotectin oder Lactoferrin) zum Abgrenzen von nicht-entzündlichen Ursachen. Diese Marker eignen sich beispielsweise, um funktionelle Darmerkrankungen wie das Reizdarmsyndrom abzugrenzen
  • Eisenhaushalt
  • Nierenfunktion
  • Leber- und Gallenwegswerte (Transaminasen und Cholestaseparameter/ gamma-GT und alkalische Phosphatase)
  • Mikrobiologische Stuhluntersuchung zum Ausschluss von Magen-Darm-Infektionen (inkl. Clostridium-difficile-Toxin)
  • Bei außergewöhnlichen Reisen Tests auf landestypischen Erreger
Laboruntersuchung zur Verlaufskontrolle während Therapie
  • Blutbild
  • Entzündungswert (CRP)
  • Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
  • Eisenhaushalts
  • Nieren-, Leber- und Gallenwerte
  • Entzündungsmarker im Stuhl, z.B. Calprotectin oder Lactoferrin
  • herangezogen werden.
  • Antikörpern (z.B. perinukleären anti-neutrophilen cytoplasmatischen Antikörpern, p- ANCA) in Einzelfällen
  • Clostridium-difficile-Toxin und Cytomegalievirus (bei therapierefraktären Verlauf und schwerem Schub), bei negativem Toxinnachweis wird eine Endoskopie mit Biopsie empfohlen

Wie unterschiedet man Colitis ulcerosa von Morbus Crohn?

colitis ulcerosa

Wird eine chronische Darmentzündung festgestellt, ist es für richtigen Behandlung wichtig, die genaue Art der Erkrankung zu kennen. Hierzu muss auf den Unterschied  zwischen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa geachtet werden. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal hierbei ist, dass Morbus Crohn in der Regel den gesamten Magen-Darm-Trakt befällt und auch im Mund-Rachen Bereich seinen Beginn haben kann. Colitis ulcerosa beschränkt sich auf den Dickdarm (Colon) und kommt häufiger in den hinteren Dickdarmabschnitten Richtung After vor.

Um Morbus Crohn auszuschließen, ist deshalb eine Spieglung der vorderen Abschnitte des Verdauungssystems nötig. Dies wird durch eine Spieglung der Speiseröhre (Ösophagus), des Magens und des Zwölffingerdarms (Duodenum) erreicht, bei der auch Gewebeproben entnommen werden. Diese Gebewebproben der Schleimhaut unterschiedlicher Abschnitte des Verdauungssystems, können dann von einem Pathologen unter dem Mikroskop genauer untersucht werden. Dabei fallen auch Entzündungen auf, die dem bloßen Auge verborgen bleiben. Außerdem sollte noch eine Kernspinuntersuchung (MRT) des Dünndarms in der Technik nach Sellink erfolgen.

Was sind typische Befallsmuster von Colitis ulcerosa?

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Man unterschiedet hauptsächlich drei Befallsmuster der Colitis ulcerosa. Colitis ulcerosa befällt anders als Morbus Crohn meist nur den Dickdarm. Man unterteilt die von der Dickdarmentzündung betroffenen Abschnitte in drei Typen: Proktitis (E1), Linksseitencolitis (E2) und Pancolitis (E3).

  1. Proktitis: bei dieser Form von Colitis ulcerosa ist hauptsächlich der Enddarm (Rectum) betroffen
  2. Linksseitencolitis: hier sind der Dickdarm nur bis zur Linken Biegung (Flexur) entzündet. Folglich sind betroffen: Enddarm (Rectum), Sigmoid (Colon sigmoideum) und der absteigende Teil des Dickdarms (Colon descendens)
  3. Pancolitis: bei dieser Form der Darmentzündung ist der gesamte Dickdarm bis zum Blinddarm (Caecum) betroffen.

Welche Komplikationen können auftreten?

Bei langjährigem Auftreten der Colitis ulcerosa können die Ausbuchtungen der Dickdarmwand (Haustren) verloren gehen. Der Dickdarm erscheint nicht mehr segmentiert, sondern zeigt ein Bild, das einem glattwandigen Fahrradschlauch ähnelt. Durch diesen Verlust ist die Transportfunktion eingeschränkt. Lebensbedrohliche Komplikationen können bei einer akuten Erweiterung des entzündeten Darms (toxisches Megakolon) auftreten. Beim Auftreten dieser Komplikation droht die Gefahr einer starken Darmblutung, einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder eines Darmdurchbruchs (Darmperforation). Sollte einer dieser Fälle eintreten, ist es möglich, dass die Krankheitserreger aus dem Darm ins Blut gelangen, eine Blutvergiftung auslösen (Sepsis) und von dort aus in andere Organe transportiert werden können.

Bei Patienten mit Colitis ulcerosa kann sich das Krankheitsbild auch außerhalb des Darms zeigen. Dazu zählen folgende Komplikationen bei Colitis ulcerosa:

  • Hautausschlag, vor allem am Schienbein (Erythema nodosum)
  • Gelenkschmerzen (Enteroarthritis)
  • Entzündungen der Leber und Bauchspeicheldrüse
  • Entzündung der Iris im Auge (Iritis)

Nach sehr langem, meist jahrzehntelangem Verlauf besteht auch ein erhöhtes Risiko, dass die Colitis ulcerosa als Darmkrebs (Kolonkarzinom) entartet. Aus diesem Grund sollten nach mehrjähriger Krankheitsdauer regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wie Darmspiegelungen durchgeführt werden.

Was ist das Ziel einer Behandlung bei Colitis ulcerosa?

Das Ziel der Behandlung ist unterschiedlich. Während eines akuten Schubs ist das therapeutische Ziel die Beherrschung der Symptome. So sollen zum Beispiel die Bauchschmerzen oder der Durchfall behandelt werden. In den Zeiten zwischen den Schüben wird versucht, den betroffenen Personen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Dazu zählt neben der Behandlung der Erkrankung auch eine psychosoziale Behandlung, um Depressivität oder Angststörungen vorzubeugen oder zu behandeln.

Welche Ernährung empfiehlt sich bei Colitis ulcerosa?

Eine wichtige Behandlungsstütze bei Colitis ulcerosa ist Ernährung. Leichte Formen der Darmentzündung können einfach mit einer ballaststoffarmen Diät behandelt werden. Bei schwereren Formen wird die betroffene Person während den Schüben meist mit ballaststofffreien Fertiglösungen über eine Magensonde ernährt (enterale Ernährung). Die Nahrung ist ballaststofffrei, um eine genügende Aufnahme von Mineralstoffen und Vitaminen zu gewährleisten und die entzündete Darmwand zu entlasten. Bei hoher Krankheitsaktivität können auch zusätzlich Vitamine und Spurenelemente direkt ins Blut (parenteral) gegeben werden. Ziel dieser speziellen Ernährung ist eine Entlastung des Darms in den akuten Schüben. In den Phasen zwischen den Schüben ist eine halbwegs normale Ernährung möglich. Jedoch leiden Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa häufiger an an Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen (z.B. Laktoseintoleranz oder Fructoseintoleranz). Aufgrund der der individuellen Intoleranzen sollte die Ernährung bei Colitis ulcerosa individuell angepasst werden, um die Symptome der Krankheit möglichst nicht durch falsche Lebensmittel zu verschlimmern. Insgesamt müssen Menschen mit Colitis ulcerosa darauf achten, eine Mangelernährung zu vermeiden. Gerade die gestörte Aufnahme der Nährstoffe im Darm und zusätzlicher Appetitmangel führen zu Mangel an Vitaminen (z.B. Folsäure, Vitamin C, D und E), Mineralstoffen (Kalium, Magnesium, Kalzium und Phosphat) und Eisen. Wird ein Nährstoffmangel durch einen Arzt festgestellt, kann dieser mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Auch Prä- und Probiotika können zur Stabilisierung der symptomfreien Intervalle bei Colitis ulcerosa eingesetzt werden. Besonders Patienten mit starken Durchfall sollten auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr achten. Diäten wie beispielsweise die spezielle Kohlenhydratdiät (engl. Specific Carbohydrate Diet, SCD), die Sidney V. Haas und Elaine Gottschall bekannt wurden, haben sich bisher nicht als wirksam bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erwiesen und werden deshalb medizinisch nicht empfohlen.

Welche Behandlungsmethoden sind bei Colitis ulcerosa möglich?

Für eine medikamentöse Therapie können entzündungshemmende Medikamente wie 5-Aminosalicylsäure oder Glukokortikoide eingesetzt werden. Sie werden vor allem in akuten Phasen eingesetzt, um Darmbeschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfall abzumindern. Zudem besitzt die medikamentöse Langzeitbehandlung einer Colitis ulcerosa große Wichtigkeit für die Prävention eines Kolonkarzinoms.

Im Falle des Versagens der konservativen Therapie oder nicht-akzeptablen Medikamentennebenwirkungen ist häufig eine Operation die letzte Möglichkeit eine Besserung herzustellen. In Fällen eines Darmdurchbruchs (Darmperforation), eines toxischen Megakolons oder nicht beherrschbaren Blutungen ist eine Operation zur Behandlung unabdingbar. Auch bei einem ausgeprägten Kolonkarzinom ist eine Operation die einzige Möglichkeit. Ziel dieser Operation ist dann eine komplette Dickdarmentfernung mit Bildung einer direkten Verbindung des Dünndarms mit dem Anus. Dadurch kann eine definitive Heilung erreicht werden.

Welche Nebenwirkungen können bei der Colitis ulcerosa Behandlung mit 5-Aminosalicylsäure auftreten?

Die Behandlung mit 5-Aminosalicylsäure gehört zur Standardtherapie einer Colitis ulcerosa. Mögliche Nebenwirkungen können sein:

  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Ausschlag und Juckreiz
  • erhöhte Reizbarkeit des Körpers auf äußere Einflüsse (Hypersensitivität)

Welche Nebenwirkungen können bei der Colitis ulcerosa Behandlung mit Glukokortikoiden auftreten?

Die Behandlung einer Colitis ulcerosa mit Glukokortikoiden wie Kortison oder Prednisolon wird meist bei schweren Krankheitsverläufen genutzt. Dabei können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Muskelabbau (Muskelatrophie)
  • Verringerung der Knochendichte (Osteoporose)
  • hoher Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie)

Was sind die Ursachen von Colitis ulcerosa?

Ähnlich wie bei den Ursachen des Reizdarmsyndroms, geht man auch bei Colitis ulcerosa von unterschiedlichen begünstigenden Faktoren aus. Gerade Störungen im Immunsystem, eine defekte Darmbarriere und ein gestörtes Zusammenspiel zwischen der Darmflora (Mikrobiom) und der Darmwand, spielen bei Colitis ulcerosa eine große Rolle. Eine Studie konnte etwa eine verminderte Anzahl der Darmbakterien Faecalibacterium pausnitzii und Roseburia hominis bei Personen mit Colitis Ulcerosa feststellen. Hierbei ist jedoch nicht klar, ob die bakterielle Dysbiose eine Ursache oder Folge der Erkrankung ist.

Man weiß heute, dass chronische Darmentzündungen bei bestimmten Gendefekten vorkommen.  Hierbei gibt es nicht ein Gen, das Colitis ulcerosa verursachen kann, sondern vielmehr spielt hier die Kombination von Genen in Wechselwirkung mit der Umwelt eine Rolle. Dies erklärt auch, warum es in manchen Familien eine Häufung der Krankheitsfälle gibt, Colitis ulcerosa jedoch auf keinen Fall immer von den Eltern an die Kinder weitergeben wird. Verwandte ersten Grades haben ein bis zu zehnfach erhöhtes Risiko zu erkranken. Man weiß heute, dass bei Menschen mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ähnliche Genabschnitte verändert sind. Diese Veränderungen überlappen sich mit anderen Autoimmunerkrankungen wie

  • Glutenintoleranz (Zöliakie)
  • Diabetes mellitus
  • Lupus erythematosus
  • Asthma
  • Multiple Sklerose

Was kann vor chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa schützen?

Heute nimmt man an, dass das natürliche Stillen von Säuglingen in den ersten Lebensmonaten einen schützenden Effekt vor chronisch entzündlichen Darmerkrankungen haben kann. In einer größeren zusammenfassenden Studie (Metaanalyse) wurde festgestellt, dass sich das Risiko für Colitis ulcerosa um etwa ein Fünftel vermindert, wenn Säuglinge gestillt werden. Da es sich jedoch nur um Beobachtungsstudien handelt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Risikominderung nicht auch durch andere Faktoren bewirkt wurde. Dennoch wird in den aktuellen S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) das Stillen empfohlen. Dies gilt insbesondere für Mütter, die aus einer Familie mit mehreren Fällen von Colitis ulcerosa kommen (familiären Vorbelastung).

Quellen

 

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